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Wels

Stadlinger protestieren: Gut integrierte Familie von Abschiebung bedroht

Von Friedrich M. Müller   17. Mai 2013 00:04 Uhr

Stadlinger protestieren: Gut integrierte Familie i
Couragierte Stadlinger setzen sich für eine Mutter mit zwei Kindern ein, die nach Tschetschenien zurück soll.

STADL-PAURA. Auch gute Deutschkenntnisse sowie Zusagen für Wohnung und Arbeit zählen nicht

Eine bestens integrierte, zweifache Mutter aus Tschetschenien soll in ihre Heimat zurück: Die 42-jährige Frau lebt mir ihrer Tochter (18) und ihrem Sohn (11) in einem Caritas-Flüchtlingsheim. Nach jahrelanger Verfolgung der Familie im russischen Bürgerkriegsland – ihr Mann und zwei seiner Brüder sind seit der Festnahme 2003 verschollen – flüchtete die Frau mit ihren Kindern im Sommer 2008 über Polen nach Österreich. Sie suchte um Asyl an. Nun wurde ihr Antrag zum dritten Mal abgelehnt: Die Frau und ihre Kinder können jederzeit abgeschoben werden.

Es gibt sogar zwei Jobangebote

Das wollen die Stadlinger nicht: „Alle sprechen sehr gut Deutsch, haben längst ihren Freundeskreis bei uns und sind in ihrer alten Heimat größter Gefahr ausgesetzt“, sagt Sozialreferentin Eva Hofer. Es gibt eine schriftliche Zusage für eine Wohnung im Ort, sowohl im Altenheim als auch bei einer örtlichen Bäckerei könnte die Asylwerberin arbeiten. Die Kinder sind in den Schulen bestens integriert.

Die ehemalige ORF-Moskau-Korrespondentin Susanne Scholl setzt sich ebenfalls für die Familie ein: „Da sämtliche männlichen Verwandten des Ehemannes der Frau wie dieser selbst verschollen oder tot sind, ist Imam (der Sohn, Anm.) der Nächste in der Linie und daher akut in Lebensgefahr, sollte man die Familie nach Tschetschenien zurückschicken.“ Die letzte Hoffnung für die mehr als 500 Unterzeichner einer Petition für den Verbleib der Familie ist die Chance auf „humanitäres Bleiberecht“. Darüber entscheidet die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land. Gestern war allerdings kein Behördenvertreter für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Stadlinger sammeln unterdessen weiter Unterschriften und hoffen, dass die zugezogene Familie bleiben kann. „Der Bezirkshauptmann preist uns immer als Vorzeigegemeinde für Integration“, sagt Politikerin Hofer. „Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass die Frau mit ihren Kindern nicht bleiben können.“


Weitere Links:

Hier geht's zur Online-Petition
Hier geht's zur Facebook-Seite für den Verbleib der Familie

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