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Salvini-Einladung "inakzeptabel und beschämend"

WELS. Bürgermeister Rabl wird von mehreren Seiten scharf attackiert. Für Wels sei der Werbewert unbezahlbar, kontert er.

Salvini-Einladung "inakzeptabel und beschämend"

Proteste gegen Matteo Salvini sind in Italien an der Tagesordnung. Bild: APA/AFP/MIGUEL MEDINA

Die Einladung an den italienischen Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini, ausgesprochen von Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner und Bürgermeister Andreas Rabl (beide FP), hat bei den anderen Fraktionen heftige Reaktionen ausgelöst.

Selbst der Koalitionspartner reagiert verstimmt: "Wollen wir eine Destination für Rechtspopulisten werden?", fragt der für Tourismus zuständige Stadtrat Peter Lehner (VP) und gibt sich gleich selbst die Antwort: "Ich will das nicht."

Die Welser SPÖ spricht von einem skandalösen Kniefall vor einem der größten Hetzer Europas. Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer sagt: "Wenn sich der Welser Bürgermeister mit einem derartigen Hetzer verbrüdert, der Schutzsuchende als Menschenfleisch bezeichnet, dann hat er die Grenze der Geschmacklosigkeit überschritten."

Wie berichtet, war Salvini vom Inselrat in Mallorca wegen seiner Migrationspolitik zur unerwünschten Person erklärt worden. In der Folge machten die beiden FPÖ-Politiker ihr umstrittenes Urlaubsangebot. "Ob beim traditionellen Welser Volksfest oder als Radfahrer in der Rennradregion Wels, die Einladung steht", wird Rabl in einer FPÖ-Aussendung zitiert.

Walter Teubl von den Grünen findet die Einladung an den italienischen Innenminister "völlig inakzeptabel und beschämend". Gemeinderat Markus Hufnagl von den Welser Neos befürchtet weitere Einladungen an Rechtspopulisten wie Marine Le Pen, Geert Wilders und Viktor Orban.

Man könne zwar kritisieren, dass Salvini vom Inselrat in Mallorca offiziell ausgeladen wurde. "Ihn deshalb nach Oberösterreich einzuladen, geht gar nicht", betont der Neos-Gemeinderat.

Für den Welser Tourismusobmann Helmut Platzer ist das Urlaubsangebot an den Lega-Politiker ein schönes Sommerloch-Thema. Es sei eine Möglichkeit, auf touristische Angebote aufmerksam zu machen. "Ins politische Fahrwasser lassen wir uns aber nicht hineinziehen. Wir brauchen auch keinen italienischen Innenminister, um unsere Zimmer zu füllen."

Internationale Schlagzeilen

Gestern unterstrich der Welser Bürgermeister erneut die Ernsthaftigkeit seiner Einladung: "Salvini ist in Wels herzlich willkommen. Medien in Italien, der Schweiz und Deutschland haben unser Angebot aufgegriffen und groß darüber berichtet. Noch nie war unsere Stadt international als Rennradregion und Veranstalter des Welser Volksfestes so in den Schlagzeilen wie jetzt."

Salvini hat inzwischen angekündigt, seinen Sommerurlaub in Italien zu verbringen.

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Artikel Erik Famler 31. Juli 2018 - 06:04 Uhr
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