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Resch & Frisch verlegt seine Zentrale nach Gunskirchen

WELS. Firmenchef begründet den Abgang unter anderem mit Konflikten um ein Grundstück.

Großbäcker Josef Resch weiß sich zu behaupten. Bild: Resch & Frisch

Nur wenige Unternehmen haben in Wels so tiefe Wurzeln wie „Resch & Frisch“. Umso überraschender kommt die Ankündigung von Firmeninhaber Josef Resch, das Headquarter der Großbäckerei mit rund 70 Mitarbeitern in den neuen Firmenstandort Gunskirchen zu verlegen. 2015 erwarb Resch von Mayr-Melnhof Packaging die ehemalige Kartonagenfabrik Schausberger. Das Areal soll ein Besucherzentrum, eine Produktionslinie und ein Lager aufnehmen. „In Gunskirchen stehen uns 2500 m² Bürofläche zur Verfügung. Ich selbst sitze schon hier. Der Großteil meiner Mannschaft aus der Holding wird mir folgen.“ In Summe übersiedeln 300 Mitarbeiter von Wels nach Gunskirchen.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Resch lässt die Stadtväter aber hoffen: „Wir wollen in der Schlossstraße in einigen Jahren ausbauen. Die Holding soll dann dort wieder einziehen.“ Den Verlust der Kommunalsteuer werde Wels verkraften: „Wir sind ein expandierendes Unternehmen und werden in unseren Welser Betrieben bald wieder so viele Beschäftigte haben wie jetzt“, stellt Resch in Aussicht.

Neben Platzproblemen begründet der Inhaber des Welser Traditionsunternehmens die Aussiedlung mit Differenzen um ein Grundstück: „Die Stadtverwaltung macht es uns nicht einfach. Man möchte mich enteignen.“

Die Ursache dieser Auseinandersetzung liegt Jahrzehnte zurück, als die ehemaligen Kapsreiter-Gründe in der Hans-Sachs-Straße noch nicht der Firma Resch gehörten. Der damals erstellte Bebauungsplan kam zustande, weil ein Streifen für Gehsteig und Straße an die Stadt abgetreten wurde. Doch im Grundbuch scheint die Vereinbarung nicht auf. Resch fordert nun eine Klärung, die die Stadt Geld kosten könnte. „Es ist nicht viel und ich wünsche mir, dass dieser Streit außergerichtlich bereinigt wird“, sagt Wirtschaftsreferent Peter Lehner (VP).

Den drohenden Rechtsstreit um ein kleines Stück Grund hält Lehner für entbehrlich: „Das Drohpotenzial von Resch ist riesengroß. Zieht er auch nur zehn seiner 800 Mitarbeiter aus Wels ab, haben wir schon verloren. Dadurch entgeht uns mehr Geld, als wir bei dieser Auseinandersetzung gewinnen können.“

Weder Lehner noch Bürgermeister Andreas Rabl (FP) wussten nach eigenen Angaben von der Verlegung der Firmenzentrale: „Das höre ich zum ersten Mal“, gibt sich auch Rabl überrascht. Zur Klärung der Besitzansprüche beauftragte der Bürgermeister eine Kanzlei mit einem Gutachten. „Das Ergebnis ist eindeutig. Das Grundstück gehört uns. Ich habe aber Resch ersucht, der Stadt Wels seine Rechtsmeinung darzustellen.“ Eine Ablöse werde man nur dann bezahlen, wenn Resch recht behält. Rabls Nachsatz: „Ich behandle ihn nicht anders als jeden anderen Unternehmer.“

Aktuell sehe er sich in Gunskirchen besser aufgehoben als in Wels, betont der Obmann der Welser Wirtschaftskammer: „Mit dem Bürgermeister von Gunskirchen kann man ganz anders reden. Rabl ist halt ein Jurist, das bin ich nicht.“

 

 

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Artikel Erik Famler 03. Juli 2017 - 00:05 Uhr
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