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Neue Möbel aus den alten Gotteslob-Büchern

MEGGENHOFEN. Der Meggenhofner Recyclingkünstler Josef Pfeiffer hat bereits eine halbe Million Bücher eingesammelt.

Recyclingkünstler designt mit den alten Gotteslob-Büchern neue Möbel

Künstler Josef Pfeiffer mit dem Prototyp der »Gotteslob-Bank«. Bild: krai

Beim deutschen Katholikentag vor drei Wochen in Regensburg waren die Möbel des Meggenhofners Josef Pfeiffer die Hingucker schlechthin. Die Idee des Recyclingkünstlers, aus dem alten "Gotteslob" einen neuen Werkstoff zu kreieren und daraus Bänke, Sessel und Kästen zu fertigen, begeisterte viele der 5000 Besucher.

Ein Jahr nach dem Gewinn des "ReDesign"-Awards, bei dem er sich mit seiner Idee gegen Künstler aus elf EU-Ländern durchsetzen konnte, präsentierte der Meggenhofner in Regensburg die ersten Prototypen. Vielfach musste er dort den Produktionsprozess erläutern: Die Bücher werden zunächst in gleich große Teile zerschnitten, auf einer Grundplatte verlegt, verleimt, geschliffen und imprägniert. Die 1,30 mal 1,05 Meter großen Platten können auch zu Fußböden und Wandverkleidungen verarbeitet werden.

Pfeiffer, der seit Jahren mit Alkoholkranken und behinderten Menschen an Kunstprojekten arbeitet, hat mit der FAB Jugendwerkstatt und pro mente in Wels eine kleine Manufaktur ins Leben gerufen. Dort werden die Möbel per Auftrag produziert. "Mir ist wichtig, den ökologischen mit dem sozialen Aspekt zu verknüpfen und Beschäftigungsmöglichkeiten für benachteiligte Menschen zu schaffen", sagt Pfeiffer.

In den vergangenen Monaten hat sich der Künstler viele Liederbücher gesichert. Er klapperte mit seinem Bus unter anderem die Kirchenbeitragsstellen ab, wo das Gotteslob gesammelt wurde.

"Ich habe bereits eine halbe Million Exemplare beisammen, insgesamt wurden im deutschsprachigen Raum 3,6 Millionen Bücher ausgemustert." Sein Bücherschatz lagert im alten Lagerhaus in Wels.

Noch ist er auf der Suche nach einem Unternehmen, das in die Produktion einsteigt. Überzeugt von seiner Idee, hat er nicht nur viel Zeit, sondern auch bereits viel Geld investiert, Förderansuchen blieben bisher ergebnislos.

In Regensburg konnte Pfeiffer jedoch gute Kontakte knüpfen, in Leipzig soll er eine Kapelle der St.-Trinitatis-Kirche ausstatten. Zusammenarbeiten will er dort mit den geschützten Werkstätten des deutschen Caritas-Verbandes, der ihn bei der Sammlung der Bücher in Deutschland unterstützt.

Nähere Infos und Anfragen an: sepp.pfeiffer@a1.net

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Artikel Michaela Krenn-Aichinger 20. Juni 2014 - 00:04 Uhr
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