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Lebensspuren-Museum sperrt zu: Villa am Mühlbach wird Event-Tempel

WELS. Tochter des Trodat-Gründers will das Haus künftig nur noch für Veranstaltungen nützen.

Lebensspuren-Museum sperrt zu: Villa am Mühlbach wird Event-Tempel

Das Lebensspuren-Museum in der Pollheimerstraße wird geschlossen. Bild: OÖN

Das Lebensspuren-Museum in der Pollheimerstraße schließt mit Ende Dezember seine Pforten. Gründerin Ingeborg Müller-Just hat sich entschlossen, den Museumsbetrieb einzustellen und die denkmalgeschützte Villa am Mühlbach nur noch für Veranstaltungen zu öffnen: "Der Museumsbetrieb bringt null. Man muss nur hineinpumpen. Es hat alles seine Zeit und sein Ablaufdatum", sagt Müller-Just auf Anfrage der Welser Zeitung.

Das Privatmuseum wurde vor 15 Jahren in Betrieb genommen. Die Tochter von Trodat-Gründer Walter Just hat aus einer Sammlung wertvoller Siegel und Stempel eine beachtliche Dauerausstellung geformt, die in Kombination mit Sonderschauen jährlich rund 7000 Besucher anlockte. Steuergelder blieben aus: "Bis auf ein paar lächerliche Beträge für einzelne Projekte ist kein öffentliches Geld geflossen. Man hat gemeint, die Firma Trodat wird’s schon richten", bedauert Müller-Just.

Die 1916 errichtete Villa Muthesius, besser bekannt unter Samitz-Villa, soll nur noch für Seminare und geschlossene Veranstaltungen offen halten: "Meine Tochter Katharina wird sich um die Vermarktung kümmern. Ich werde auf Vereinsbasis weiterhin Kulturveranstaltungen organisieren. Über einen Verein deshalb, weil ich als gemeinnützige Organisation keine Abgaben zahlen muss."

Eine Gebührenbefreiung habe die Stadt jüngst wieder abgelehnt. Für die bevorstehende Sperre des Museums spielten finanzielle Gründe aber keine Rolle, betont die Museumsleiterin. Bis auf sie und ihre Tochter hatte das Museum nur noch eine Mitarbeiterin, die einvernehmlich gekündigt wurde. Um das Haus für Hochzeiten und andere Events besser nützen zu können, sind Umbauten notwendig: "Wir wollen einen kleinen Saal für 120 Personen schaffen. Wir kommen dabei ohne Zubau aus", sagt Katharina Müller.

Das Firmenmuseum im Keller der Villa bleibt erhalten. Die übrigen Bestände wurden der Stadt angeboten, die aus Platzgründen ablehnte: "Ich will nicht, dass die Exponate irgendwo in einem Archiv verrotten", sagt Müller-Just. Sie sei interessiert an der Präsentation. Etwa als Leihgaben an Museen mit passender Ausrichtung. Kulturstadtrat Walter Zaunmüller (ÖVP) sagt zur Schließung des Privatmuseums: "Der Verlust der Dauerausstellung ist bedauerlich. Mich freut aber, dass weiter Kulturveranstaltungen stattfinden."

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Artikel Erik Famler 10. September 2015 - 00:04 Uhr
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