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Wels

Hitlergruß-Bild von FPÖ-Mitglied in Stadl-Paura aufgetaucht

Von Erik Famler   07. Oktober 2015 06:58 Uhr

STADL-PAURA. Bürgermeisteranwärter Christian Popp (FPÖ) stellt sich schützend vor seinen Parteifreund.

Wenige Tage vor der Stichwahl zwischen FPÖ-Kandidat Christian Popp und der Sozialdemokratin Eva Hofer kursiert in Stadl-Paura ein Foto, das ein örtliches FPÖ-Mitglied mit erhobener rechter Hand zeigt. Das Bild vom vermeintlichen Hitlergruß ist am 26. Juni beim Schifferfest entstanden. Es zeigt Christian H., der bei der Gemeinderatswahl für die Stadlinger Freiheitlichen auf Platz 18 kandidierte. Die FPÖ errang 14 Mandate. H. ist künftiges Ersatzmitglied. Auf dem Foto sind auch andere Besucher zu sehen, deren Gesichter allerdings unkenntlich gemacht wurden.

"Habe jemandem zugewunken"

Der blaue Kandidat reagiert überrascht: "Von einem Hitlergruß kann keine Rede sein. Ich habe in diesem Moment jemandem zugewunken." Er habe mit seinem Verein "Mc Jedem", der sich der Pflege schottischer Kultur annimmt, bei dem Fest mitgeholfen. Wem genau er in diesem Moment freundlich gedeutet haben will, daran kann sich H. nicht mehr erinnern: "Ich weiß nur, dass es am späten Nachmittag war und ich zu diesem Zeitpunkt nicht viel getrunken habe."

Das Dritte Reich betrachte er als schlimme Zeit: "Ich lebe gerne im Frieden und bin froh, dass die meisten von uns Arbeit haben", beteuert der Obermonteur.

Gegen den Stadlinger FPÖ-Kandidaten liegt offiziell nichts vor. Im Ort selbst hört man aber, dass er und andere während des Festes mehrmals auffällig geworden sind. Das bestreitet der Betroffenen vehement: "Bei diesem Fest wurden unzählige Fotos gemacht. Auf geschätzten 20 Bildern werden sie Leute finden, die auf ähnliche Weise dargestellt sind. Sind das jetzt alle Nazis?"

Sein Parteichef Christian Popp erreichte am 27. September 46,01 Prozent und hat im Wettstreit mit Eva Hofer (41,76 Prozent) gute Chancen, erster blauer Bürgermeister von Stadl-Paura zu werden. "Das will jemand verhindern und deshalb diese aufgelegte Lächerlichkeit", reagiert Popp sauer. Seinem ins Zwielicht geratenen Parteifreund rät er zu einer Klage.

In ihrer Ablehnung betreffend FPÖ sieht sich die SPÖ nun allerdings bestätigt: "Man muss die Frage stellen, nach welchen Kriterien sich Christian Popp seine Leute aussucht. Derartige Vorfälle sind der Grund, warum wir mit der FPÖ nicht zusammenarbeiten können", betont der frühere SPÖ-Fraktionsobmann Heimo Leitner. Den schottischen Kulturverein nimmt Leitner ausdrücklich in Schutz: "Unsere Kritik richtet sich nur gegen dieses eine Mitglied."

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