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FPÖ bejubelt Vollversorgung bei Kinderbetreuung

WELS. Ausbau der Welser Kindergärten hat seinen Preis. In neun Jahren kletterten Ausgaben von 5,1 auf 10,4 Millionen.

FPÖ bejubelt Vollversorgung bei Kinderbetreuung

Kinderbetreuung muss in Wels keinen Vergleich scheuen. Bild: (Stadt Wels)

Die Kosten für die Kinderbetreuung sind in nur neun Jahren um mehr als 100 Prozent angestiegen. Während 2008 der Aufwand für Kindergärten und -horte im Stadtbudget 5,1 Millionen ausmachte, sind im heurigen Voranschlag schon 10,4 Millionen Euro (plus 107 Prozent) vorgesehen. Stadträtin Margarete Josseck-Herdt (FP) zeigt sich dennoch zufrieden: "Erstmals hat jedes Welser Kind einen Betreuungsplatz."

Das sah im Frühjahr noch anders aus: "Wir hatten mehr als 200 Kinder, deren Eltern wir keine Zusage machen konnten. Inzwischen wissen wir, dass viele ihre Kinder bei mehreren Kindergärten anmeldeten. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wussten wir davon nichts", sagt Bürgermeister Andreas Rabl (FP). Mit einem zentralen Anmeldesystem soll die unbewusste Irreführung der Kindergartenverwaltung behoben werden.

Ausnahmen bilden jene Kinder, deren Eltern sich einen bestimmten Kindergarten aussuchen. "Wenn dort schon alle Plätze belegt sind, konnten wir den Wünschen nicht entsprechen", sagt Josseck-Herdt.

Die volle Abdeckung war nur durch die Schaffung zusätzlicher Provisorien möglich. So wurde in der Volkshochschule Noitzmühle eine Kindergruppe für 18 Krabbelstuben- und Kindergartenplätze eingerichtet. Im Quartier Noitzmühle zog eine Krabbelstubengruppe mit zehn Kindern ein. In Wimpassing und der Pernau werden Hort und Kindergarten doppelt genutzt. Das schafft Raum für 38 Kinder. Das freiheitliche Vorzeigeprojekt, der Kindergarten des FP-nahen Vereins "Abenteuer Familie" in Wimpassing, ging Anfang September in Betrieb. Dort wurden inklusive Krabbelstube 66 Plätze neu geschaffen.

Erstmals sieht Josseck-Herdt auch die EU-weiten Vorgaben erreicht. In den so genannten Barcelona-Zielen ist eine Betreuungsquote von 90 Prozent für Kinder über drei Jahre festgeschrieben. Die EU-Quote für Kinder unter drei Jahren beträgt 33 Prozent.

SP-Huber: Jubel unberechtigt

SP-Vizebürgermeisterin Silvia Huber wertet das Erreichen der Barcelona-Ziele als blaue Mogelpackung: "Grundsätzlich finde ich es gut, dass der Versorgungsgrad speziell bei Kleinstkindern gehoben wurde. Den Jubel über das Erreichen des Barcelona-Ziels kann ich nicht nachvollziehen, weil als Grundlage die Welser Kinder zwischen 1,5 und drei Jahren hergenommen wurden. Das EU-Versorgungsziel fängt jedoch schon bei Kindern ab 0 Jahren an." Statt Provisorien zu schaffen, sollten Kindergärten ausgebaut werden. 

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Artikel (fam) 13. Oktober 2017 - 05:48 Uhr
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