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Wels

"Der Ortsbus darf nicht Parteipolitik zum Opfer fallen"

Von Michaela Krenn-Aichinger   29. September 2016 00:04 Uhr

"Der Ortsbus darf nicht kleinkarierter Parteipolitik zum Opfer fallen"
8200 Fahrgäste pro Jahr nützen den Ortsbus unter anderem für Fahrten zum Einkaufen und zum Arzt.

KRENGLBACH. Norbert Rainer, Obmann des Vereins "Mobilcard Krenglbach", kämpft für Erhalt.

Mit Ende August lief die Förderung des Klima & Energiefonds für das Krenglbacher Anruf-Sammel-Taxi "Kraxi" aus. Ob die Gemeinde einspringen wird, ist trotz der einstimmigen Willenserklärung des Gemeinderates weiterhin offen. Norbert Rainer, Obmann des gemeinnützigen Vereins "Mobilcard Krenglbach", der das Ortstaxi und ein E-Car-Sharing-Projekt initiiert hat, ist verärgert. "Wegen persönlichen Befindlichkeiten und kleinkarierter Parteipolitik wird die Entscheidung verzögert und ständig neue Auflagen gemacht", wirft Rainer Gemeindevertretern eine Verzögerungstaktik vor. Damit werde gegen die Bevölkerung agiert, denn mehr als 500 Krenglbacher haben für den Erhalt ihres Ortstaxis unterschrieben. Das finanzielle Risiko tragen nun die Vorstandsmitglieder des Vereins, die persönlich haften. Der Finanzierungsbedarf aus öffentlichen Mitteln für 2017 liegt bei rund 25.000 Euro.

Rainer, der auch Mitglied der Grünen ist, betont, er habe dem Umweltausschuss und dem Gemeindevorstand rechtzeitig alle Unterlagen als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde das bisher vom Bund und Land geförderte Projekt bereits mehrfach geprüft. Bei der Gemeinderatssitzung vergangener Woche verlangten Freiheitliche und ÖVP aber eine weitere Prüfung.

"Von Verzögern kann keine Rede sein", sagt hingegen VP-Vorstandsmitglied Gerald Walter, das Ansuchen auf Förderung sei erst am 21. Juli eingelangt. "Als Gemeindevertreter sind wir verpflichtet, alles genau zu prüfen. Wir haben beschlossen, dass der Obmann des Prüfungsausschusses noch einmal drüberschaut."

SP-Bürgermeister Manfred Zeismann betont, dass der öffentliche Verkehr nicht ohne Finanzierung der öffentlichen Hand auskomme. "Ich will mir Kraxi leisten, weil es sehr gut angenommen wird", sagt Zeismann. Vor allem Ältere fahren mit dem Sammeltaxi zum Gemeindearzt, dessen Ordination außerhalb des Ortszentrums liegt oder zum Einkaufen. Genützt wird es aber genauso von Jüngeren, die beispielsweise zum Fußballtraining oder Bahnhof gebracht werden. Zuletzt hatte Kraxi 8200 Fahrgäste pro Jahr. Entscheiden über die Subvention können SP und Grüne allerdings nicht allein. FP, VP und eine ehemals Grüne, die als wilde Mandatarin weitermacht, haben die Mehrheit.

Der Verein Mobilcard wurde mehrfach ausgezeichnet und hat Kraxi sowie das Car-Sharing mit Elektroautos in vielen Gemeinden präsentiert und bereits mehrere Nachahmer gefunden.

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