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Wels

Bürger klagen über massiven Gestank aus der Biogasanlage

Von Michaela Krenn-Aichinger   17. September 2013 00:04 Uhr

Bürger klagen über massiven Gestank
Der Eigentümer der Anlage, der Reinhaltungsverband Trattnachtal, informiert die Bürger am Donnerstag, wie die Geruchsbelästigung reduziert werden soll.

WALLERN. Biogasanlage wird zum Teil mit Kälberblut aus den USA und Schlachtabfällen betrieben.

Vielen Bewohnern von Wallern stinkt’s gewaltig. Seit dem Start der Biogasanlage in der Ortschaft Parzham im Jahr 2009 leiden die Bürger unter teilweise unzumutbarer Geruchsbelästigung. „Wir können die Fenster nicht aufmachen, dieser süßlich unbeschreiblich grausige Geruch vertreibt uns von unseren Gärten und Terrassen“, sagen Bewohner.

Aufgrund der massiven Beschwerden wurde die Anlage, in der Tierblut, Schlachtabfälle, Speisereste und Molkereiabfälle gemeinsam mit Klärschlamm vergast werden, um Strom zu erzeugen, zurückgefahren. „Wir haben auch die Blutmengen von 6000 Tonnen auf 2500 Tonnen Jahresverbrauch reduziert. Statt 150.000 Euro Gewinn werden wir deshalb nur pari oder mit einem kleinen Gewinn aussteigen“, sagt VP-Bürgermeister Franz Kieslinger. Dass die Geruchsbelästigung nun merklich abgenommen habe, dem widersprechen die Anrainer. „Erst am Samstag hat es wieder massiv gestunken.“

Neben Wallern gibt es eine weitere Anlage in Leoben, wo sich eine Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage desselben Planers formiert hat. Auch in Wallern war eine Unterschriftenliste gegen das Projekt im Umlauf. Pikantes Detail: Es wird auch Kälberblut aus den USA verwendet, das per Schiff tiefgefroren nach Europa transportiert wird. Lokaler Vertragspartner für die Tierabfälle ist der Schlachtbetrieb Gruber aus Pichl bei Wels.

Ortschef Kieslinger ist auch Obmann des Reinhaltungsverbandes Trattnachtal mit 13 Mitgliedsgemeinden, dem die Anlage gehört. Er sagt selbst: „Ich bin auch betroffen, und den Gestank hält man wirklich nicht aus.“

Am Donnerstag wird der Verband die Bürger darüber informieren, wie die Anlage in den Griff bekommen werden soll. „Entweder wir lösen uns von der Idee, dass sie Gewinn abwerfen soll und beauftragen Firmen, die die Anlage geruchlich sanieren, etwa durch die Beigabe von Chemikalien. Es kann auch sein, dass wir auf Blut künftig ganz verzichten“, sagt Harald Balla, Geschäftsführer des Reinhaltungsverbandes.

Entscheiden muss der Vorstand. Klar sei, dass die Auslastung der Anlage, um sie gewinnbringend zu führen, zu unzumutbaren Geruchsbelästigungen führe. Laut Bürgermeister Kieslinger sei, wenn alle Bemühungen nichts früchten, auch ein Ausstieg denkbar.

Informationsveranstaltung am Donnerstag, 19 Uhr, VAZ „Akzent“, Schranne 3

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