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Wels

Braucht eine Gemeinde mit 3000 Einwohnern einen vierten Supermarkt?

Von Michaela Krenn-Aichinger   27. August 2018 04:27 Uhr

Braucht eine Gemeinde mit 3000 Einwohnern einen vierten Supermarkt?
Die Handelsketten liefern sich einen harten Kampf um die Kunden. (colourbox)

WALLERN. Grüne wollen Bürger abstimmen lassen – 365 Unterstützungserklärungen sind nötig

Die Dichte von Filialen großer Handelsketten nimmt rasant zu. Die großen Lebensmittelhändler liefern sich einen heißen Expansionskampf in immer kleineren Orten. Aufregung gab es zuletzt in Alkoven wegen drei neuer Supermärkte und in Hartkirchen wegen einer neuen Hofer-Filiale. Die OÖN haben berichtet. Nun regt sich Kritik in der 3000-Einwohner-Gemeinde Wallern, wo der bereits vierte Supermarkt entstehen soll.

Spar, Billa und Hofer gibt es bereits im Ort, nun will Lidl einen Diskontmarkt an der Schallerbacher Straße zwischen den Firmen Stumpfl und Kreuzmayr errichten. Die Grünen wollen dazu eine Volksbefragung. Ab 4. September werden Unterstützungserklärungen gesammelt. "Mindestens 365 Leute müssen unterschreiben, damit es im November zu einer Abstimmung kommt", sagt Wilfried Kraft, Fraktionsobmann der Grünen. Noch ein Supermarkt in Wallern sei wie Wasser zur Donau zu tragen, so Kraft. Es sei ein Verdrängungswettbewerb in Gang, der nicht nachhaltig sei, immer mehr Flächen werden versiegelt. Das Kommunalsteueraufkommen sei gering.

Umwidmung eingeleitet

Der Gemeinderat hat mehrheitlich bereits das Umwidmungsverfahren von mehr als 7000 m² Grünland in Geschäftsbaugebiet eingeleitet, der Diskontmarkt selbst soll eine Verkaufsfläche von 1500 m² haben. Die Zustimmung der Raumordnungsabteilung des Landes steht noch aus.

Bürgermeister Franz Kieslinger (VP) kann die Bedenken der Skeptiker nicht nachvollziehen und sieht viele Vorteile. "Neue Arbeitsplätze entstehen in der Gemeinde, eine Baulücke wird sinnvoll geschlossen und aufgrund der benötigten Fläche bekommt die Gemeinde auch entsprechend hohe Anschlussgebühren. Die Infrastruktur ist dort bereits vorhanden. Lidl selbst muss eine verkehrssichere Zufahrt zum Gewerbegebiet errichten", sagt Kieslinger. Er argumentiert auch damit, dass Lidl, sollte es nicht in Wallern sein, sich in einem Nachbarort umsehen werde. "Wallern würde eine Chance entgehen, die Marktaufteilung der Konzerne liegt nicht in unseren Händen." Auch bei der Ansiedlung des Hofer-Marktes hätte es viele Skeptiker gegeben, betont der Bürgermeister. "Heute kaufen auch sie dort ein."

 

Die Grünen Wallern laden am Donnerstag, 6. September, um 20 Uhr ins VaZ Akzent zu einer Doku, Diskussion mit LAbg. Ulrike Böker und einem Auftritt des Supermarkt-Rebellen C. Weiherer.

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