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"Brauchen wir so viele Betriebswirte?"

Von (müf)   21.Oktober 2015

"Brauchen wir so viele Betriebswirte?"
Auch IV-Präsident Axel Greiner (l.) und Landesrat Michael Strugl (2.v.r.) waren gestern im Welios zu Gast. (IV)

Riesiges Remmidemmi im Sciencecenter gestern und heute: Die Industriellenvereinigung hat Schulen im ganzen Land zum "Kindertag der Industrie" ins Welios geladen. An beiden Tagen werden 500 Buben und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren erwartet.

Neben dem üblichen Programm im Mitmach-Museum, bei dem Naturwissenschaft, Physik und Technik vermittelt werden, präsentieren sich zusätzlich 14 heimische Industriebetriebe: Der Bogen spannt sich von BRP-Powertrain (Rotax) über Linde Gas bis zu Teufelberger-Seile und Wacker Neuson. Sie alle bieten an zwei Tagen 32 Workshops für Kinder an: Da sitzen dann Mädchen an den Hebeln eines Wacker-Neuson-Baggers, da wird bei anderen Firmenpräsentationen gelötet, geschraubt und gebohrt.

Der Hintergrund des zum zweiten Mal veranstalteten Kindertages: "Wir hoffen, damit viele junge Menschen für technische Ausbildungen begeistern zu können – von der Lehre über die HTL bis zur Fachhochschule oder Universitäts-Studien", erklärt Axel Greiner, der Präsident der oö. Industriellenvereinigung. Der Techniker-Mangel sei das größte Problem der heimischen Industrie, sagt Greiner und fragt: "Brauchen wir so viele Betriebswirte?"

Wirtschaftslandesrat Michael Strugl begrüßt den Kindertag, den das Land mit 5000 Euro fördert: "Wir müssen früh ansetzen, um junge Menschen für Technik zu begeistern: Das Welios ist eine gute Wahl." Freilich sei das nur ein kleiner Baustein im Mosaik dieses Anliegens.

Hirnschmalz als Rohstoff

"Im globalen Wettbewerb können wir uns in Oberösterreich nicht auf Rohstoffe als Quelle des Erfolgs verlassen: Unser Rohstoff ist das Hirnschmalz der Menschen." Strugl glaubt auch, dass es nicht an den Ausbildungsplätzen für technische Berufe mangelt: "Es fehlen uns die jungen Leute, die diesen Ausbildungsweg wählen wollen", beklagt der Wirtschaftsreferent.

Einmal mehr plädiert Greiner in diesem Zusammenhang für Gleichberechtigung der Geschlechter: "Die Frauen stehen in ihrem Können den Männern um nichts nach – sie müssen in den technischen Berufen nur ihre Chancen ergreifen." 

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