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Oberösterreich

Warum ein bayerisches Dammprojekt dem Land Oberösterreich Sorgen macht

Von OÖN   31. Juli 2021 00:04 Uhr

STRAUBING/LINZ. Zwischen Straubing und Vilshofen werden 1,43 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert, das könnte für Oberösterreich im Katastrophenfall schlimme Folgen haben

Hochwasserschutz ist eine schwierige Aufgabe. Vor allem dann, wenn er über Landesgrenzen hinweg funktionieren soll.

Der Freistaat Bayern plant derzeit ein gigantisches Projekt zwischen Straubing und Vilshofen. 1,43 Milliarden Euro sollen dort in neue Dämme, Retentionsbecken und Renaturierungsmaßnahmen investiert werden. "Es ist eines der größten wasserbaulichen Projekte in ganz Deutschland", heißt es von der mit der Planung beauftragten Wasserbaulichen Infrastrukturgesellschaft (WIGES) mit Sitz in München.

Die Hochwasserexperten des Landes Oberösterreich warnen nun, dass die bayrischen Schutzbauten schwerwiegende Folgen für Oberösterreich haben könnten. Aufgrund der geplanten Schutzanlagen könnte es demnach vor allem im Eferdinger Becken zu einer Erhöhung der abfließenden Wassermengen während eines Hochwassers kommen.

Sorge bereitet den oberösterreichischen Fachexperten auch, dass Bayern plane, "Retentionsräume auszuschalten". Heißt im Klartext: Flächen, die bisher bei einem Donauhochwasser überflutet wurden und so ein zu starkes Ansteigen des Wassers an anderen Orten verhinderten, würden künftig trocken bleiben und so die Wahrscheinlichkeit für schlimmere Überflutungen in Oberösterreich erhöhen.

Nun schaltet sich die Landespolitik ein. "Oberösterreich wird alles unternehmen, damit es durch das Projekt zu keiner Gefährdung kommt", sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) in einer gemeinsamen Aussendung mit Katastrophenschutzlandesrat Wolfgang Klinger (FP) und Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Sie wollen sich nun die Unterstützung von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (VP) sichern, um gemeinsam mit Bayern zu verhandeln. Das Hauptziel dabei sei, dass der Freistaat Bayern Kompensationsflächen für den ausgeschalteten Retentionsraum schaffen müsse.

"Hochwasserschutzprojekte sind ein wichtiges Instrument für mehr Sicherheit. Allerdings dürfen daraus keinesfalls Nachteile für angrenzende Länder entstehen", sagt Stelzer.

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