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Oberösterreich

Coronavirus: Entwarnung in Linzer Verdachtsfall

Von OÖN, APA   25. Februar 2020 17:22 Uhr

LINZ. Während in Innsbruck wegen zwei bestätigten Corona-Virus-Fällen Quarantäne-Maßnahmen im Gange sind, laufen in Oberösterreich derzeit in mehreren Verdachtsfällen Untersuchungen.

Entwarnung gab es im Fall eines 55-jährigen Linzers. Wie zwei Labortests heute belegen, bestätigt sich der Coronavirus-Verdachtsfall in Linz nicht. Das teilte die Stadt am späten Dienstagnachmittag mit. Ein 55-jähriger Pichlinger war am Dienstagmorgen nach einer Italien-Reise mit Symptomen, die auf den neuartigen Virus hindeuteten, zum Arzt gegangen.

Er wurde daraufhin von den Ärzten umgehend in der Ordination des praktischen Arztes isoliert und Abstrichproben genommen. Die Analysen in zwei Laboren lieferten ein negatives Ergebnis, der COVID-19-Verdachtsfall bestätigte sich somit nicht.

Derzeit gebe es keinen bestätigten Corona-Virus-Fall in Oberösterreich, teilte Landeshauptmann Thomas Stelzer am Nachmittag in einer Pressekonferenz mit. Insgesamt gab es in den vergangenen Wochen 25 negative Testungen, in zehn Fällen laufen derzeit die Untersuchungen. Alle Tests werden am Klinikum in Wels durchgeführt. "Wir nehmen die Lage ernst und sind bestens vorbereitet", sagte Stelzer nach einem Koordinationstreffen im Landhaus. 

Video: Erste Corona-Virus-Fälle in Österreich

Der Koordinierungsstab habe die landesweite Strategie nachgeschärft. Vertreter des Stabes warnten bei der Pressekonferenz im Anschluss erneut vor Panik: Man könne "unaufgeregt" mit derartigen neuen Infektionskrankheiten umgehen, betonte etwa Landessanitätsdirektor Georg Palmisano. 15 Krankenhäuser sind in Oberösterreich für die Aufnahme von Corona-Patienten gerüstet; alle Testungen auf das Virus finden zentral am Klinikum Wels statt. 

Am Donnerstag werde eine Videokonferenz des Landessanitätsdirektors mit den oö. Krankenhäusern stattfinden, um diese erneut zu informieren, so LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP). Auch das Rote Kreuz sei bestens für den Transport von infektiösen Patienten gerüstet, da derartige Fahrten in Influenza-Zeiten regelmäßig durchgeführt würden und die Mitarbeiter speziell informiert und ausgerüstet seien, so der Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich, Walter Aichinger.

In der Nacht auf Dienstag hat ein Corona-Virus-Verdacht, wie berichtet, einen Großeinsatz in Oberösterreich ausgelöst. Passagiere eines Autobusses aus Spanien hatten auf einem Rastplatz in Allhaming über grippeähnliche Symptome geklagt und mussten unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen untersucht werden. Kurz vor Mitternacht konnte Entwarnung gegeben werden.. 

Video: Landeshauptmann Thomas Stelzer informierte über die aktuelle Lage

Zwei bestätigte Fälle in Tirol

In Tirol wurden unterdes die ersten beiden Corona-Virus-Fälle Österreichs bestätigt. Bei den beiden Patienten handelt es sich um ein Pärchen aus der Gegend um Bergamo, das am Freitag mit dem Pkw nach Innsbruck reiste. Die beiden 24-Jährigen werden jedenfalls bis zum Wochenende in Quarantäne bleiben. 

Laut ersten Informationen dürfte die Frau in Innsbruck leben und arbeiten, ihr Freund wollte sie besuchen. Beide seien Montagabend an die Innsbrucker Klinik gekommen, nachdem sie die Leitstelle verständigt hatten. Die beiden seien derzeit unter Beobachtung und in einem "guten Zustand". Zu wie vielen Personen die beiden Infizierten Kontakt hatten, war vorerst noch nicht klar.

Hotel gesperrt

Die beiden Fälle haben nun weitreichende behördliche Maßnahmen zur Folge: Ein Hotel nahe der Innenstadt, in dem die infizierte Italienerin arbeitete, wurde auf Anordnung des Landes vorübergehend gesperrt. Betroffen war auch der Wohnstätte der Italienerin in Innsbruck. Im Einsatz befanden sich rund 15 Polizisten, teilte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) mit. Die Polizei unterstütze die Gesundheitsbehörden mit aller Kraft, um die Quarantäne-Maßnahmen "rasch und effizient" umzusetzen. "Wir müssen gemeinsam alles tun, um eine Ausbreitung einzudämmen", so Nehammer.

Die entsprechenden Einsätze waren am frühen Dienstagabend im Gange. Diese Maßnahmen geschehen, "um mögliche Kontaktpersonen zu eruieren und alle notwendigen Abklärungen vorzunehmen", hieß es. "Die Sicherheit und die Vorsorge sind nun unser oberstes Gebot. Dazu treffen wir alle nötigen Maßnahmen. Die Behörden sind in enger Abstimmung mit den Gesundheitseinrichtungen sowie der Arbeitsstätte der Frau", erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

"Wir sind genau darauf vorbereitet"

Nach den ersten beiden bestätigten Coronavirus-Fällen in Österreich verspricht Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) "alle Maßnahmen, um eine Ausbreitung bestmöglich zu verhindern". Oberstes Ziel sei der Schutz der österreichischen Bevölkerung sowie alles zu unternehmen, "um so weit als möglich zu verhindern, dass es hier zu einer weiteren Ausbreitung kommt", so Kurz am Rande seiner London-Reise.

Kurz' Statement im Video

"Es ist ein Fall eingetreten, auf den wir vorbereitet sind, und jetzt gilt es rasch zu reagieren", betonte der Bundeskanzler vor Journalisten. "Wir versuchen eine bestmögliche Zusammenarbeit der Behörden sicherzustellen und auch zu gewährleisten, dass es eine transparente Information der Bevölkerung gibt. Es gibt nichts zu verschweigen, sondern es wird transparent alles an Fakten kommuniziert."

Es sei wichtig, "dass wir in Österreich und in Europa eine realistische Einschätzung der Lage haben", sagte Kurz. Es sei aber nicht angebracht, "in Panik zu verfallen". Die Gefahr einer Ausbreitung des Virus auf Europa sei seit einiger Zeit bekannt. "Wir sind genau darauf vorbereitet."

Der Artikel wird laufend aktualisiert, sobald wichtige Informationen vorliegen.

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