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Oberösterreich

Unfug: Vandalen warfen Ortstafeln in den Steyrfluss

Von Hannes Fehringer  02. August 2021 00:04 Uhr

Unfug: Vandalen warfen Ortstafeln in den Steyrfluss
Insgesamt vier verschiedene Ortstafeln barg die FF Leonstein bei ihrem jüngsten Tauchgang in die Steyr.

GRÜNBURG. Unbekannte schraubten im Bezirk Kirchdorf Schilder ab und versenkten sie in Grünburg im Fluss. Offenbar nur so, zum Zeitvertreib.

Vielleicht sind es ja die heißen Temperaturen des Sommers, die in manchem Gehirn die letzten Sicherungen durchbrennen lassen: Die Feuerwehr in Leonstein, Gemeinde Grünburg, wurde am Wochenende von der Polizei um einen ungewöhnlichen Einsatz mit dem Motorschlauchboot gebeten. Ein Augenzeuge hatte bei der Polizeiinspektion Steyrtal gemeldet, dass er von der Steyrbrücke zwischen Grünburg und Steinbach/Steyr aus im Flussbett eine versenkte Ortstafel gesichtet hatte.

Die FF Leonstein fuhr am Samstagnachmittag mit einer Bootsbesatzung los, und die fünf Taucher in Neoprenanzügen wurden auch sogleich fündig. Nach wenigen Minuten holten sie die erste Ortstafel aus dem Wasser und bargen dann noch drei weitere Schilder aus dem Flussbett. Mit den Fundstücken, die der Tauchertrupp der FF Leonstein an die Wasseroberfläche holte, hätte man den halben Kirchdorfer Bezirk beschildern können. Nach der Bergung lagen noch neuwertige Ortschilder von Kirchdorf, Micheldorf, Frauenstein und Grünburg nebeneinander am Flussufer.

"Es sieht ganz danach aus, dass da noch mehr Tafeln am Grund des Flusses liegen", sagt Feuerwehrkommandant Michael Spanring, "die das getan haben, haben die Schilder zusammengestohlen und dann hier versenkt."

Von irrwitziger Zerstörwut oder aber einer stockbesoffenen Geschichte geht auch die Polizei aus. "Das grenzt schon fast an Eifer, in mehreren Orten die Tafeln abzuschrauben, dann ein Tal weiter zu fahren und sie dort im Fluss zu versenken", sagte ein Beamter.

Lustig ist an der Aktion gar nichts: Die Herstellungskosten für eine Ortstafel beziffert die Polizei mit 350 Euro. Für die Gemeinden werde die Nachbeschaffung zu einer teuren Angelegenheit.

Während die Straßenmeisterei im Steyrtal tatsächlich in jüngster Zeit einen Schwund von Hinweiszeichen und Ortstafeln beklagt, hat man im Kremstal noch nichts von einem Verlust bemerkt.

Bei der Polizei liegt unterdessen ein Ermittlungsakt gegen "unbekannte Täter". Bislang fanden sich gestohlene Ortstafeln in den Kellerstüberl von Menschen mit einer seltsamen Sammelleidenschaft wieder. "Der Fall hier ist anders gelagert", sagt ein Polizist. Weiterhelfen würden den Beamten Hinweise aus der Bevölkerung.

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Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

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