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Oberösterreich

Tumult in Spital: "Müssen Mitarbeiter optimal schützen"

06. Dezember 2021 00:04 Uhr

Tumult in Spital: "Müssen Mitarbeiter optimal schützen"
Aufruhr: Polizei schritt ein.

KIRCHDORF. Als eine Covid-Patientin starb, rasteten die türkischen Familienmitglieder aus.

Nach den tumultartigen Szenen, die sich am Samstag im Klinikum Kirchdorf abgespielt haben, will die oberösterreichische Gesundheitsholding die Sicherheitsvorkehrungen in den Spitälern überdenken. "Wir müssen uns in aller Ruhe anschauen, was zu verbessern ist, denn wir müssen unsere Mitarbeiter optimal schützen", so Holding-Sprecherin Jutta Oberweger. Einen Vorfall wie diesen habe es jedenfalls "noch nie gegeben".

Am Samstagvormittag lag eine türkische Covid-Patientin auf der Intensivstation im Sterben. Die diensthabende Stationsärztin (59) rief die Familienangehörigen, um ihnen eine Verabschiedung von der todkranken 67-jährigen Frau zu ermöglichen.

Acht Verwandte kamen in das Klinikum. Sie wurden in Zweiergruppen mit Schutzkleidung ausgestattet und in die Intensivstation geschleust. Das sei zunächst problemlos verlaufen. Doch in der Folge wollten sich Familienmitglieder offenbar nicht mit dem Lauf des Schicksals abfinden. Sie forderten, dass die 67-Jährige zur weiteren Behandlung in die Türkei verlegt werde.

Sie riefen mehrfach beim türkischen Konsulat an, um ihr Anliegen durchzusetzen. Mit Erfolg: Das Konsulat habe das Kirchdorfer Klinikum "mehrfach" kontaktiert, um der Bitte um Verlegung zu entsprechen, sagt Oberweger.

Doch der Transport einer hochinfektiösen, im Sterben liegenden Patientin wäre nicht durchführbar gewesen. Nachdem die Patientin kurz darauf gestorben war, entlud sich unter den Angehörigen die aufgeheizte Stimmung: Elf drangen zur Portierloge vor, diverse Gegenstände gingen zu Bruch, Morddrohungen wurden ausgestoßen. Fünf Polizeistreifen stellten die Ordnung wieder her.

Omikron: Vier Verdachtsfälle

Inzwischen gibt es vier Omikron-Verdachtsfälle in Oberösterreich, sie betreffen Reiserückkehrer. Die Ergebnisse der AGES-Ganzgenomsequenzierung sollen diese Woche vorliegen. Gestern wurden 850 neue Coronafälle registriert. Weiterhin wurden 122 Patienten intensivmedizinisch behandelt, 445 lagen auf einer Normalstation.

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