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Oberösterreich

Türkis-Grün will die Schüler wieder auf die Pisten bringen

15. Januar 2020 00:40 Uhr

Wintersportwochen sollen forciert werden.

WIEN/LINZ. Das Regierungsprogramm sieht vor, Schulen per Erlass in die Pflicht zu nehmen. Lehrer- und Elternvertreter signalisieren Zustimmung

Es ist nur ein Satz im türkis-grünen Regierungsprogramm, der für die österreichischen Schulen große Auswirkungen haben könnte: „Einführung von Sporttagen in der Primärstufe (Volksschule, Anm.) von mindestens vier Tagen und in der Sekundarstufe I und II (Ober- und Unterstufe, Anm.) von mindestens je zwei Wochen, wobei eine davon dem Wintersport gewidmet werden muss.“

Demnach möchte die neue Regierung, nach der Abschaffung der verpflichtenden Wintersportwochen im Jahr 1996, Schüler nun wieder verstärkt auf die Pisten bringen. Um die Durchführung solcher Sportwochen für die Schulen wieder zur Pflicht zu machen, wäre ein Erlass des Bildungsressorts nötig.

Friedrich Scherrer, Sport-Fachinspektor der Bildungsdirektion, begrüßt diesen Vorstoß: „In der Unter- und Oberstufe müssten dann je zwei Sportwochen durchgeführt werden. Zwei dieser vier Wochen wären für Wintersport reserviert.“ Alle Schüler zur Teilnahme an diesen Sportwochen zu verpflichten, wird aber nicht möglich sein. Gesundheitliche oder psychische Gründe können ein Grund sein, nicht teilzunehmen. „Mangelndes Interesse sollte aber kein Grund sein, um an der Wintersportwoche nicht teilzunehmen“, sagt Scherrer.

 

Unterstützung durch das Land

190 bis 250 Euro kostet eine Wintersportwoche laut Bildungsdirektion für jeden Teilnehmer. Für Familien, die Probleme haben, diesen Betrag aufzubringen, gibt es Unterstützung: „Je nach Haushaltseinkommen übernimmt das Land bis zu 50 Prozent“, sagt Scherrer. Die Liftkarten werden vom Familienressort des Landes finanziert.

Joris Gruber, Präsident des Landesverbands der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen mahnt, den Begriff des Wintersports nicht nur aufs Skifahren zu reduzieren. Möglichkeiten wie Eislaufen, Langlaufen oder Schneeschuhwandern sollten ebenfalls angeboten werden. Außerdem sollte „der Schulgemeinschaftsausschuss in die Gestaltung dieser Wochen eng eingebunden sein.“

Paul Kimberger, Vorsitzender der Lehrer-Gewerkschaft weist auf die hohen Kosten der Skikurse hin: „Skifahren ist teuer geworden. Deshalb finde ich, Tourismus und Liftbetreiber sollten sich an den Kosten beteiligen. Die Finanzen sind der größte Hinderungsgrund, um an Schulskikursen teilzunehmen. Es sollte den Tourismusregionen etwas wert sein, die zukünftige Kundschaft auszubilden.“

Das Interesse der Schüler an Wintersportwochen habe in den vergangenen Jahren wieder zugenommen, heißt es aus der Bildungsdirektion. „An Höheren Schulen liegt die Teilnahmequote bei 85 Prozent“, berichtet Fachinspektor Scherrer. An Pflichschulen liege diese Quote aber deutlich niedriger. Auch ein Stadt-Land-Gefälle gibt es beim Interesse am Wintersport. Besonders unbeliebt sind die Sportwochen an Schulen mit einem hohen Migrantenanteil: „Dort ist die Affinität zum Wintersport natürlich geringer“, sagt Scherrer.

Verpflichtende Wintersportwoche

Kinder und Jugendliche sollen in Österreich wieder vermehrt auf die Skipisten. So will es offenbar die neue Regierung.

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