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Oberösterreich

Nach Amok-Drohung gegen Welser Schule: "Das ist Satire"

Von Gabriel Egger   28. Mai 2020 12:53 Uhr

WELS. Ein Großaufgebot der Polizei hat das Bundesrealgymnasium Wallererstraße in Wels kurzzeitig evakuiert. Zuvor waren auf Instagram Videos und Fotos aufgetaucht, die einen Amoklauf ankündigen. Nun bezeichnet der Verfasser seine Werke als "Satire".

"Töte fünf Lehrer ohne Schaden davonzutragen". Dann, so der Ersteller der Fotos, die im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht wurden, gebe es einen Pokal. Abgebildet ist der Eingang zum BRG Wallererstraße in Wels- und ein Maschinengewehr.

Doch die Drohungen, die auf dem eigens erstellten Profil, das seit Donnerstagfrüh existiert und den Namen "BRG Wels Game" trägt, gehen noch viel weiter. In einem Video lädt der Protagonist die Waffe nach und marschiert in Richtung Eingangstür. Hinterlegt ist das Video mit Teilen des Songs "Pumped Up Kicks", in denen es heißt: "Ihr lauft besser schneller als meine Kugeln". 

Der Ersteller, der sich "AlexBruhMoment" nennt, kündigt die Videos und Fotos als "neues offizielles Spiel des BRG Wels an". Das "Live-Event" soll am 4. Juni stattfinden. "Verpasst es nicht, meine Kugeln werden es sicher nicht tun", steht in der Beschreibung.

Polizei durchsucht Gymnasium

Die Videos und Fotos, die offensichtlich einen Amoklauf ankündigen, blieben auch der Polizei nicht verborgen. Zahlreiche Beamten durchsuchten Donnerstagfrüh die gesamte Schule und evakuierten sie kurzfristig.Auch das Einsatzkommando Cobra war vor Ort. 

Zuerst hieß es, dass alle Schüler, außer den Maturanten, nach Hause geschickt worden waren. Entgegen diesen Meldungen konnte aber auch der normale Schulbetrieb nach dem Polizeieinsatz wieder aufgenommen werden. 

"Einige Polizisten sind zum Schutz der Maturanten weiterhin vor Ort und fungieren als Glücksbringer", heißt es aus der Pressestelle der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Ob es sich um einen überaus schlechten Maturascherz gehandelt hat, oder mit den Videos und Fotos tatsächlich ein Amoklauf angekündigt werden sollte, ist unklar. "Die Ermittlungen zum Verfasser laufen." 

"Anscheinend haben es einige Leute nicht verstanden"

Donnerstagmittag meldete sich der Verfasser der Videos und Fotos schließlich noch einmal über Instagram zu Wort: "Weil es anscheinend ein paar Leute nicht verstanden haben: Dieser Account ist ein Satire-Account. Und nein, am 4. Juni wird nichts passieren". Auch die Beschreibung des Kanals wurde geändert: "Satire Account, by the way".

Dieser "Spaß" dürfte allerdings nach hinten losgehen: Bildungsdirektor Alfred Klampfer und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP) fanden in einer Aussendung deutliche Worte: "Solche Videos sind kein jugendlicher Spaß. Das Ganze wird- basierend auf den Ermittlungsergebnissen der Polizei- entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen." 

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