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Oberösterreich

Tod am Traunstein: Trauer um vierfache Mutter

20. Oktober 2021 00:04 Uhr

Tod am Traunstein: Trauer um vierfache Mutter
Der Südgrat des Traunsteins

GMUNDEN. Jene Linzerin, die am Montag auf dem Südgrat des Berges abgestürzt ist, war eine erfahrene Bergsteigerin.

Ein Aufschwung, nur wenige Meter hoch, aber in brüchigem Gestein. Rechts drängt der Felsen ab, erlaubt nur einen schmalen Durchschlupf. Auf der linken Seite sind die Möglichkeiten noch deutlich begrenzter.

Als Christina H. und ihr 61-jähriger Begleiter Montagnachmittag vor dieser Felsnase stehen, haben sie bereits 400 Höhenmeter auf dem Südgrat des Traunsteins absolviert. Beide sind erfahrene Bergsteiger und den Herausforderungen, vor die sie die unmarkierte, mit zahlreichen Kletterstellen durchsetzte Route, stellt, gewachsen. In 1150 Metern Seehöhe, nur knapp oberhalb des Wandbuches, treffen sie unterschiedliche Entscheidungen.

Der 61-jährige Mühlviertler versucht es rechts, Christina H. klettert links am Aufschwung vorbei. Sie sehen einander nie wieder.

"Sie war ein so offener Mensch"

Als Christina H. den spröden Fels belastet, bricht ein Stein aus. Die 49-Jährige kann sich nicht mehr halten und stürzt, wie berichtet, mehr als 80 Meter in die Tiefe. Ihr Begleiter alarmiert die Bergrettung, versucht noch zu ihr abzusteigen. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Christina H. war bereits ihren schweren Verletzungen erlegen. Ein tragischer Unfall, der viele sprachlos zurücklässt.

Auch, weil die Bedingungen perfekt waren – Christina H. und ihr Begleiter waren erst am späten Vormittag zu ihrer Tour aufgebrochen, um das Abziehen des Nebels, der den Traunstein in Beschlag genommen hatte, abzuwarten. "Vor der Gefahr eines ausbrechenden Gesteins ist leider niemand, der in den Bergen unterwegs ist, gefeit", sagt Bernhard Ebner, Leiter der Bergrettung Gmunden.

Um die Linzerin, die am 14. November ihren 50. Geburtstag gefeiert hätte, trauern ihr Ehemann, vier erwachsene Kinder – und unzählige Wegbegleiter. Beim Alpenverein TK Linz, bei dem Christina H. seit mehr als 25 Jahren Mitglied war, herrscht Fassungslosigkeit. Vorstand und Bergfreunde beschreiben sie als "quirligen, offenen Menschen", der mit großer Neugier und Begeisterungsfähigkeit immer wieder neue Wege einschlug. Nie waghalsig, immer mit Bedacht. Eine geplante Trekkingreise nach Nepal war der abenteuerlustigen 49-Jährigen leider nicht mehr vergönnt. (geg)

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