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Oberösterreich

Bei Schneesturm: Vier Tourengeher am Dachstein gerettet

HALLSTATT. Die Suchaktion, die am Freitag in den späten Abendstunden am Dachstein angelaufen war, hatte in der Nacht Erfolg.

Die Alpinisten hatten sich ein Schneebiwak gebaut. Bild: Alpinpolizei/Gruber

Es war eine lange Nacht für die Bergretter aus Hallstatt und für die Einsatzkräfte der Alpinpolizei. Vier ungarische Tourengeher hatten sich am Nachmittag trotz stürmischen Windes und Schneefall entschlossen, von der Gjaid Alm (1738m) zur Simonyhütte (2204m) aufzubrechen. Kein langer, aber ein beschwerlicher Weg, denn ohne Sicht beginnt am Dachsteinplateau schnell ein Ver(w)irrspiel. 

Christoph Mitterer, Hüttenwirt der Simonyhütte, hatte bereits am frühen Nachmittag allen angemeldeten Gästen empfohlen, wegen der widrigen Bedingungen im Tal zu bleiben. Die Ungarn versuchten es trotzdem- und gerieten schnell in eine heikle Situation.

Wie die Polizei am Samstagnachmittag berichtet, handelt es sich um zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 38 und 50 Jahren. Ihr Plan war es gewesen, mit der Krippenstein-Seilbahn aufzufahren und über die Gjaidalm zur Simonyhütte aufzusteigen. Die vier Bergsteiger waren sehr gut ausgerüstet und bereits drei Mal auf dieser Route unterwegs, heißt es von der Polizei.

Obwohl sie gegen 14 Uhr kurz vor der Gjaidalm bereits einmal umdrehen mussten, entschlossen sich die Ungarn, trotzdem zur Simonyhütte aufzusteigen. Gegen 17 Uhr, kurz vor der sogenannten "Speikleitn" wollten sie das letzte Stück über den Sommerweg zu ihrem Ziel klettern. 

Als die Tourengeher erkannten, dass sie es nicht bis zur sicheren Hütte schaffen würden, kehrten sie um und versuchten Richtung Gjaid Alm abzufahren. Dabei verirrten sie sich vollständig- und machten anschließend das einzig Richtige: Um 19.05 Uhr alarmierten den Hüttenwirt mit einer SMS "we need help" und begannen sich ein Schneebiwak zu bauen. Dann brach der Handykontakt ab. 

Glückliches Ende um 23 Uhr

Der Bergrettungsdienst Hallstatt und Alpinpolizisten rückten um 20.30 Uhr aus und mussten bei bis zu 100km/h Wind vorerst nach der Flocke im Schneehaufen suchen.

"Hätten wir noch länger suchen müssen, hätten wir die Aktion abgebrochen", berichtete Dieter Eder, Ortsstellenleiter der Bergrettung Hallstatt. Durch starke Sturmböen riss es einzelne Alpinisten des sechsköpfigen Such-Trupps immer wieder um. "Man verstand sein eigenes Wort nicht, die Sicht war null", schilderte Eder die widrigen Umstände des Einsatzes. Über mehrere Handynummern der Vermissten gelangte man etliche Zeit später an die ersehnten Koordinaten.

Videoaufnahmen zeigen die widrigen Bedingungen: (Alpinpolizei/Gruber)

Die Einsatzkräfte fanden sie kurz vor 23 Uhr unterhalb der Ochsenwieshöhe, zwischen Simonyhütte und Wiesberghaus, leicht unterkühlt aber unverletzt. 

Gemeinsam fuhren sie zum Wiesberghaus ab, wo alle die Nacht verbrachten. 22 Bergretter, elf aus Hallstatt und elf Obertrauner in Bereitschaft, waren im Einsatz. 

Trotz des leichtsinnigen Verhaltens der beiden Männer und Frauen war ihr Verhalten in der Not vorbildlich. Eder sprach von einem "perfekt gemachten Biwak", in welchem die in Not geratenen auch die Nacht problemlos überstanden hätten. 

Bergrettung und Alpinpolizei suchten nach den Vermissten (Foto: Gruber)

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Artikel Gabriel Egger 16. März 2019 - 07:04 Uhr
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