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Oberösterreich

"Stopp Corona": App soll Ausbreitung bremsen

Von Jasmin Bürger  26. März 2020 00:04 Uhr

"Stopp Corona": App soll Ausbreitung bremsen
Ziel: "Möglichst viele Nutzer" sollen ihre Kontakte aufzeichnen.

WIEN / LINZ. Nutzer der Rot-Kreuz-App können anonymisiert alle Kontakte speichern - diese werden im Fall einer Infektion gewarnt

Diese App des Roten Kreuzes soll die Ausbreitung des Coronavirus bremsen. Seit gestern steht "Stopp Corona" für Smartphone-Nutzer ab 14 Jahren zum Download bereit. Konkret handelt es sich dabei um ein "digitales Kontakttagebuch", wie Bundesrettungskommandant Gerry Foitik erklärt.

Die Auswertung der Handydaten erfolgt völlig anonymisiert, betont das Rote Kreuz. Die App speichert alle Kontakte, die ein Nutzer mit anderen App-Nutzern hat. Erkrankt binnen zwei Tagen jemand aus der jeweiligen Kontaktkette an Covid-19, so werden alle anderen Kontakte informiert und gebeten, zu Hause zu bleiben sowie im Fall des Auftretens von Symptomen ärztlichen Rat zu suchen. Der "digitale Handshake", wie das Rote Kreuz den Datenaustausch via Handy nennt, erfolgt dabei nicht automatisch

Jeder App-Nutzer muss jede Begegnung bestätigen – dabei wird auch nicht der Name der Kontaktperson, sondern eine anonymisierte Nummer angezeigt. Auch die Information über eine Erkrankung einer Kontaktperson erfolgt anonymisiert. Jeden Fußgänger, dem man begegnet, müsse man nicht abspeichern, sofern der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten wird, so das Rote Kreuz.

Vielmehr gehe es um auch derzeit unvermeidbare Kontakte mit Arbeitskollegen oder andere berufliche oder private Treffen – aber auch bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gemeinsam mit anderen sei die Vernetzung sinnvoll.

Das Ziel der App, die laut Rotem Kreuz "möglichst viele Nutzer" finden soll, ist klar: Durch die raschere Identifikation und Rückverfolgung von Kontakten einer erkrankten Person soll die Infektionskette unterbrochen werden. Gleichzeitig soll die App aber auch das Gesundheitssystem entlasten, da die Kontaktrückverfolgung derzeit von Amtsärzten mit hohem Zeitaufwand durchgeführt wird.

"Die wichtigste Funktion ist, die Infektionskette zu stoppen. Nur gemeinsam können wir eine Ansteckungskette minimieren", sagt auch Thomas Märzinger, Vize-Geschäftsleiter des Roten Kreuzes Oberösterreich.

Datenschutz und Freiwilligkeit

Dass ein Mobilfunkanbieter nach Verhängung der Ausgangsbeschränkungen anonymisierte Bewegungsdaten seiner Nutzer an die Regierung geliefert hat, hatte heftige Diskussionen ausgelöst. Großen Wert legt das Rote Kreuz daher auf den Datenschutz und die Freiwilligkeit: Deshalb gebe es derzeit auch keine Möglichkeit zur automatischen Vernetzung. In einem nächsten Entwicklungsschritt könnte es aber auf freiwilliger Basis eine automatisierte Option geben. Für die App müssen keine personenbezogenen Daten preisgegeben werden, die Kontakte werden nur auf den Handys der Nutzer gespeichert.

Finanziert wurde die Entwicklung von der Uniqa Privatstiftung, die ebenfalls keinen Zugriff auf die Daten hat. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, wirksames Kontaktmanagement sei ein "wichtiger Beitrag", auch im Ministerium betont man die Freiwilligkeit.

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Jasmin Bürger

Redakteurin Innenpolitik

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