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Steyr

Warnblinkanlage vor Gewalt an Frauen

Von Hannes Fehringer  09. Dezember 2021 03:15 Uhr

Warnung vor Gewalt an Frauen: Zwischenbrücken erstrahlt im gelb-orangen Lichterglanz.

STEYR. Oranges Scheinwerferlicht auf Brücken, Kirchen und Gebäuden unterstützte in Steyr den Aufruf der Soroptimistinnen.

Eine gelb blinkende Ampel signalisiert im Straßenverkehr eine Gefahrenstelle. Oranges Licht ist auch für die Frauenrechtlerinnen der Soroptimistinnen eine Alarmfarbe. Bei einer alljährlichen Aktion rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember bittet die Frauenorganisation öffentliche Einrichtungen, Firmen und Privatleute als Zeichen gegen Gewalt an Frauen Gebäude orange zu beleuchten. Die Beteiligung in der Stadt Steyr ist auch heuer wieder groß.

"Es ist die Solidarität spürbar mit den Frauen, die Opfer von Gewalt werden", sagt Karin Proyer von den Steyrer Soroptimistinnen, "das Anliegen, Gewalt an Frauen aufzuzeigen und in Zukunft zu verhindern, findet breite Unterstützung." Die Stadtgemeinde Steyr hat die Lampen an Zwischenbrücken orange überkleben lassen, damit das Bauwerk in der nächtlichen Bestrahlung in ein oranges Licht getaucht wird. Der evangelische Pfarrer Markus Gerhold trifft schon seit Jahren Vorsorge, dass das Gotteshaus der Gemeinde zum Tag der Menschenrechte in orangem Licht erstrahlt. Die Direktorin der Raiffeisenbank Steyr hat veranlasst, dass die Fenster des neuen Kompetenzzentrums an der Schönauerbrücke mit orangen Folien überzogen werden. "Dazu kommen bereits viele Bewohner, die orange Lichter in ihre Fenster stellen, um die Aktion zu unterstützen", sagt Proyer. Mit oranger Beleuchtung setzt auch das Kulturzentrum Röda seit Jahren ein Zeichen der Solidarität mit von Gewalt bedrohten Frauen. An manchen Stellen wurde auch der Asphalt mit Schablonen bedeckt und mit dem Slogan "Gegen Gewalt an Frauen" mit oranger Farbe besprüht. Anderswo haben wiederum Vereine ihre Schaukästen zur Verfügung gestellt, damit die Soroptimistinnen Notrufnummern publizieren konnten, unter denen Frauenhäuser und Hilfseinrichtungen erreicht werden können. Trauriger Anlass für die heurige Kampagne ist die erschreckend hohe Anzahl an Morden, die an Frauen begangen worden sind. Auch im Steyrer Münichholz hatte vergangenes Jahr eine Messerattacke eines jungen Mannes gegen eine 18-Jährige für das Opfer tödlich geendet. "Wir müssen alles tun, dass es zu einem so fürchterlichen Moment gar nicht kommt", fordern die Soroptimistinnen.

Die Lichtinstallationen in Steyr – in Zwischenbrücken, aber auch an anderen berühmten Bauwerken wie bei der Stadtpfarrkirche oder beim Rathaus – sind noch bis 11. Dezember zu sehen.

Artikel von

Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer

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