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Steyr

Vier FP-Listen wollen in das Amstettner Rathaus

Von Hannes Fehringer 23. Oktober 2019 00:04 Uhr

AMSTETTEN. Nach dem Tohuwabohu bei den Freiheitlichen wird der Stimmzettel für die Gemeinderatswahl am 26. Jänner lang.

Nach dem Rauswurf der gesamten blauen Gemeinderatsriege aus der FP hat es die Freiheitlichen in Amstetten geradezu in Stücke zerrissen. Nur die Gemeinderätin Susanne Premm (FP) wurde von "dem Reinemachen", wie FP-Bezirksparteiobfrau Edith Mühlberghuber die Bestrafung bezeichnet hatte, verschont. Sie ist zwischenzeitlich verstorben, weshalb die FP jetzt gar keinen Sitz im Amstettner Rathaus hat. Die Stadträte Brigitte Kashofer und Bruno Weber hatten den Rücktritt verweigert und wie vier weitere "wilde Mandatare" weitergemacht.

Jetzt halten sich die Gemaßregelten für die Gemeinderatswahl am 26. Jänner zumindest die Tür offen. Kashofer firmiert nunmehr im Internet als Verantwortliche einer an die "Alternative für Deutschland" (AfD) nicht nur namentlich angelehnte "Alternative für Amstetten" (ALFA). Sie möchte wohl das geistige Oberhaupt einer solchen Gemeinderatsfraktion sein, als Kandidatin aber nicht mehr auf dem Stimmzettel stehen. Auch Weber zaudert noch. "Wir müssen das noch durchbesprechen", glaubt Kashofer aber letztlich doch an ein Antreten.

Für Beobachter war auch zu erwarten, dass die geschasste FP-Riege der Partei, die sie stiefmütterlich behandelt habe, nicht das Feld überlassen werde. Vor wenigen Tagen präsentierte FP-Bezirksparteichefin Mühlberghuber Christian Schrammel und Harald Wiesauer als neues Führungsduo der Amstettner Freiheitlichen. Mit den zwei Neulingen an der Spitze will Mühlberghuber den Mandatsstand von sieben Rathaussitzen halten und weiß dabei selbst, dass das Wunschdenken ist.

Weil beim "dritten Lager" in Amstetten das Angebot wohl die Nachfrage übertreffen wird: Einen neuerlichen Anlauf unternimmt auch Ex-FP-Gemeinderat Norbert Kunz, der mit seiner Bürgerliste "Für Amstetten" bei der vergangenen Wahl mit 237 Stimmen den Einzug ins Rathaus nur knapp verpasst hat und sich die vergangenen fünf Jahre mit Einzelthemen wie einem Computertomografen fürs Spital oder Maden in den Mülltonnen befasst hat.

"Ibiza-Liste" von Ex-FPler

Keineswegs als Juxliste wollen auch Spitzenkandidat Manuel Ingerl und Listenzweiter Marcel Gasselsdorfer ihre Bewerbung unter "MANI" ("Mutige Amstettner Nachtaktiv in Ibiza") verstanden wissen. Ingerl ist noch Mitglied der von der Landes-FP gefeuerten blauen Gemeinderatsriege, sein Mitstreiter Gasselsberger saß im FP-Ortsparteivorstand. Gasselsberger sagte zu den OÖN, dass er die Politik der FPÖ auf Bundesebene immer noch gutheiße, nur die Querelen auf Gemeinde- und Landesebene könne niemand brauchen.

Mit seinem Blog "Muss das sein, liebes Amstetten?" sieht sich Jürgen Wahl als Stachel im Fleisch der rot-grünen Rathausmehrheit. Mit eigenen Worten beschreibt es der hemdsärmelige Typ deftiger: "Wir sind wie die Hämorrhoiden: 100-prozentig lästig". Wenn sich Bürger mit der Forderung nach Radarkontrollen in ihrer Siedlung am Stadtamt die Zähne ausbeißen, dann seien er und sein Team die Richtigen. Als "Liste Wahl" will er mit "ein, zwei Mandaten und drei wären schön" bei der Verwaltung Dampf machen, weil "Rot darf nicht mehr mit Grün weiterregieren".

VP mit Quereinsteiger

Was wohl auch das Ziel der VP ist, die sich für die Gemeinderatswahl nicht nur zwischen Schwarz und Türkis pendelnd farblich ein neues Gesicht gegeben hat: Der Geschäftsführer der Moststraße, Christian Haberhauer, soll als Quereinsteiger von Dieter Funke nicht nur das Vizebürgermeisteramt übernehmen, sondern es für die Stadtschwarzen richten, über 24,59 Prozent wie beim letzten Urnengang hinauszukommen. Haberhauer, den in der Stadt noch viele nicht kennen, hat sich einen Marathon an Hausbesuchen und Stammtischen vorgenommen.

Die SP hat gestern das Spitzenteam um Bürgermeisterin Ursula Puchebner, die sich in ihrer Amtsperiode als zuverlässige Stadtchefin etabliert hat, vorgestellt. Es gab keine Überraschungen: Listenzweiter ist Vizebürgermeister Michael Wiesner vor Stadträtin Elisabeth Asanger. Grüne und Neos gehen unverändert in die Wahl.

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Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer
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