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Stadt Haag: China Leoparden-Nachwuchs in Tierpark

Zwei vom aussterben bedrohten China Leoparden sind seit Ende März im Tierpark Stadt Haag zu Hause. Schon bald werden die beiden Kleinen die Stars des Zoos sein und die Besucher begeistern.

Leoparden Nachwuchs

Die 29-jährige Tierpflegerin Elke Mühlbauer bei der Fütterung der beiden China Leoparden-Babys im Tierpark Stadt Haag. Bild: Herbert Stoschek

Es war bisher ein streng gehütetes Geheimnis, da das Überleben der beiden China Leoparden am seidenen Faden hing. Denn nachdem die 29-järhige Tierpflegerin das Verhalten der Mutter nach der Geburt beobachtete sah es danach aus, als ob sie sich nicht um ihre Babys kümmern und sie nicht trinken ließ.

Der Tierparktierarzt, Karl Auinger, beschloss daraufhin die Tiere zu separieren. Es war für den Tierarzt eine heikle Entscheidung zur Handaufzucht, doch die Hoffnung zum Weiterleben der Katzen stand im Vordergrund. Denn von dieser Tierart gibt es nur weltweit 100 Exemplare.

Die Tierpflegerin Elke Mühlbauer sprang als Ersatzmama ein. Sie hat damit schon Erfahrung, da sie bereits den Luchs „Sammy“, der zu den Tierpark-Lieblingen gehört, so das Leben rettete.

 „Ich war gleich verliebt in die Tiere, daher brauchte ich nach der Frage des Tierarztes nicht lange überlegen. Nach dem Ok von Tierpark-Chef Kogler übernahm ich diese große Herausforderung“, sagt die Tierpflegerin.

Ersatzmama rund um die Uhr

Tag und Nacht kümmerte sie sich um ihre beiden noch namenlosen Mädchen, anfangs schliefen sie in einer Wurfbox, wo sie auch gefüttert wurden.

„In den ersten 2 Wochen war alle 2 Stunden eine Fütterung notwendig und das rund um die Uhr. In dieser Zeit hatte ich schon ein ziemliches Schlafdefizit, immer verbunden auch mit der Angst, dass die Tiere schwerer erkranken. Es gab auch immer wieder gesundheitliche Probleme. Einmal eine Viruserkrankung, dann wieder Durchfall, doch haben wir glücklicherweise einen großartigen Tierarzt“, sagt Mühlbauer, die froh über die positive Entwicklung der Tiere ist.

Aufgezogen wurden sie mit einer speziellen Katzenaufzuchtmilch und langsam, je nach Verdaungssituation auch kleine Fleischstücke in Breiform verabreicht.

Bereits im Alter von 2 Wochen zeigten sie die ersten Raubkatzenmerkmale mit ihrem spielerischen Raufen. Nach 3 Wochen erhielten sie die ersten Zähne, die sogenannten Fangzähne.

Wohnzimmer war die Wurfbox

„Unser Wohnzimmer war nach der anfänglichen Wurfbox der neue Lebensraum der Tiere, der sich später auf die Wohnung ausdehnte. Manchmal sieht es aus wie in einem Schlachtfeld. Hie und da führe ich sie auch an der Leine im Garten spazieren. Eine große Hilfe sind auch meine beiden Kinder, die 14-jährige Justine und der 12-jährige Leon, die mich immer wieder unterstützen“, so die Tierpflegerin

„Das instinktiv Wilde darf Ihnen keinesfalls aberzogen werden. Diese Tierart ist nun mal keine Schmusetier, sie zählen zu den gefährlichsten Raubkatzen. Eine Handaufzucht ist eine Vollzeittätigkeit. Ich werde sie zwar vermissen, doch die besondere Beziehung zwischen Tierpfleger und den Tieren wird bleiben. Mit dem Kuscheln und gemeinsamen Spielen wird es bald vorbeisein."

Bald wird es möglich sein die drei Kilogramm schweren und 35 Zentimeter großen Tiere im Leopardengehege im Tierpark Stadt Haag beobachten zu können. Man hofft, dass es bereits in den nächsten zwei Wochen soweit sein wird.

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Artikel nachrichten.at 06. Juni 2011 - 11:51 Uhr
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