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Steyr

Preisgeld beträgt in Open-Air-Badminton-Währung 250 Bälle

Von Hannes Fehringer  17. September 2021 00:04 Uhr

STEYR. Matthias Reischauer verlegte Badminton während Corona einfach nach draußen, Fritz Steinparz ist der Tausendsassa des LAC Steyr

Mehr als 200.000 Ehrenamtliche engagieren sich in Oberösterreichs Sportvereinen. Bei der Ehrenamtswahl 2021 hat das Sportland OÖ in Kooperation mit den OÖN, den Tips, Life Radio und TV 1 die "Ehrenamtlichen des Jahres" gesucht und gefunden. Mehr als 200.000 Stimmen wurden online abgegeben. Die Welser Zeitung holt noch einmal die Bezirkssieger aus Wels/Wels-Land, Grieskirchen und Eferding vor den Vorhang, die mit großer Begeisterung für ihren Verein tätig sind. Sie stehen nicht immer in der ersten Reihe. Aber die Fäden, die sie im Hintergrund ziehen, halten das Vereinsnetz zusammen.

Bei Fritz Steinparz aus Steyr sind die Fäden, die er zieht, ein ganzes Bündel. "Okay, Zeugwart bin ich nicht", schmunzelt der 59-jährige kaufmännische Angestellte im Steyrer MAN-Lastwagenwerk, in dem er mit Siegfried Wolf einen neuen Arbeitgeber hat. Das Einzelgespräch zum Übertritt in die "Steyr Automotive" des Industriellen und einstiger "rechter Hand" Frank Stronachs hat zu einer Altersteilzeitlösung geführt, wodurch die Anwesenheit des LAC-Obmannes in den Vereinsräumlichkeiten noch vermehrt wird. "Meine Familie hat mir das immer verziehen, dass ich halt oft nicht zu Hause bin", erzählt Steinparz. Denn eine große Familie ist auch der Leichtathletikverein der Steyrer Amateure unter seiner Führung. Der aus Äthiopien stammende Alex etwa ist einer, dem Steinparz nicht nur als Trainer half, seine Lauftechnik immer mehr zu verbessern, was diesen bei vielen Stadtkriterien zum Siegläufer machte. Der Afrikaner fand in Steinparz auch eine Vaterfigur. Die Athleten nämlich will Steinparz nicht nur als Leistungsträger betrachten. "Wir wollen immer am Boden bleiben. Als Leichtathlet wird kaum einer reich, also muss der Sport in erster Linie Freude machen." Und jeder Wettkämpfer, egal ob Speerwerfer oder Stabhochspringerin, ein Mensch bleiben. Steinparz scheint diese Herzlichkeit auszustrahlen: "Mich haben Leute auf der Straße angesprochen, die ich gar nicht persönlich kenne, und die haben gesagt, dass sie für mich gevotet haben."

Auch bei Matthias Reischauer von der Sportunion Kirchdorf ist es seine Persönlichkeit, die ihn zum Bezirkssieger der Ehrenamtlichen-Wahl machte. Der angehende Rohstoff-Ingenieur, dessen Job es sein wird, Metalle und Erze aus den Alpen zu schürfen, hat den Badminton-Sport an die frische Luft gebracht: Die "Outdoor-Version" verkürzte seiner Jugendmannschaft die Sperre wegen Corona.

 Alles bis auf den Zeugwart
Tausendsassa

Alles bis auf den Zeugwart

Fritz Steinparz, LAC Amateure Steyr

Der Lauf der Dinge ist es gewesen, dass Fritz Steinparz zum Langzeitobmann des LAC Steyr wurde. Der kaufmännische Angestellte im MAN-Werk wollte nach dem Ende seiner Basketballkarriere noch nicht die Turnschuhe ausziehen. Als Marathonläufer fand er dann zu den Steyrer Leichtathletik-Amateuren. Bald wählten ihn die Sportskameraden zum Vizeobmann und als Obmann Hans Girlinger krankheitsbedingt abdanken musste, wandten sich alle Hälse zu Steinparz. Dieser übernahm daraufhin die Vereinsführung, organisierte drei Laufbewerbe im Jahr, schrieb die Verlautbarungen an die Presse und coachte viele Talente, denen er eine Vaterfigur wurde. „Wir üben unseren Sport aus Freude aus, nicht weil wir gewinnen müssen“, ist sein Trainercredo. Vielleicht ist diese Geisteshaltung das Erfolgsprinzip von Läufer Valentin Pfeil oder Stabhochspringerin Lisa Gruber, den aktuellen Top-Athleten. Bei Siegfried Wolfs Steyr Automotiv geht der 59-Jährige in Altersteilzeit – eine gute Nachricht für den LAC.

Erfinder des Open-Airs
Open-Air-Erfinder

Erfinder des Open-Airs

Matthias Reischauer, Sportunion Kirchdorf

Die Kinder mussten beim Hallensport Badminton die Schläger während der Coronakrise wegstecken, zu groß war die Ansteckungsgefahr, weshalb die Turnsäle in den Schulen geschlossen wurden. Matthias Reischauer, dem Jugendtrainer des Kirchdorfer Badmintonvereins bei der Sportunion, taten die Mädchen und Buben von Herzen leid. Also ließ sich der 30-jährige vor dem Abschluss an der Leobener Montanuniversität stehende Student eine Lösung einfallen, die genial einfach war: „Wir gingen einfach an die frische Luft.“ Damit das flotte Spiel mit den Federbällen auch im Freien funktioniert und diese nicht von jedem Lüfterl verblasen werden, muss man sich in dem Sport auskennen wie Reischauer. Er schaffte für seine 22-köpfige Mannschaft Open-Air-Bälle an, die dem Wind trotzen. „Der Spaß war riesig“, freut sich Reischauer, der selbst noch für Grünburg/Steinbach an der Steyr in der Badminton-Meisterschaft aufschlägt. Mit Open-Air-Badminton waren er und seine Kirchdorfer Kids die ersten in Oberösterreich.

Artikel von

Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer
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