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Steyr

Kundgebung scheiterte an 300 Euro

Von Hannes Fehringer 14. März 2019

(Symbolbild)

STEYR. Magistrat verlangte von Jugendlichen für "Klima-Streik" am Freitag vorweg eine Zahlung.

Greta Thunberg wird auch diesen letzten Wochentag nicht zur Schule gehen, weil sich die Politiker ihres Landes noch immer nicht zu wirklichem Klimaschutz aufraffen konnten. Am Freitag werden Schüler in Österreich der 15-jährigen Schwedin folgen, die ihren Protest sogar schon beim Weltklimagipfel in Kattowitz vorbrachte, und ebenfalls gegen unzureichende Umweltmaßnahmen streiken.

Die Schüler, die am weltweit ausgerufenen "Friday for Future" den Unterricht schwänzen, um für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen, werden von Steyr aus nach Linz zur Kundgebung fahren müssen, die dort um 11 Uhr beginnt. Ein Aufmarsch mit Spruchbändern und Transparenten, der ebenso in Steyr geplant war, ist in letzter Minute gescheitert.

Gestern Nachmittag versuchte die Plattform "Klimaforum Steyr", die Kundgebung auf dem Stadtplatz noch zu retten, doch die 48-stündige Mindestfrist für eine Anmeldung der Demonstration war bereits verstrichen. "Da geht nichts mehr", bedauerte Jürgen Hutsteiner vom Klimaforum.

Zuvor hatte ein Schülerkomitee eine Genehmigung der Kundgebung am "Friday for Future" beantragt. "Dann hat der Magistrat von den Schülern die Zahlung von 300 Euro verlangt", schildert Hutsteiner. Für die Brieftaschen der Jugendlichen war das eine zu hohe Summe, während die Meldefrist näher rückte. Für das Klimaforum ein bitteres Versäumnis: "Wir haben eine eigene Veranstaltung organisiert, diese aber zurückgezogen, um der jungen Generation nicht im Weg zu stehen. "Es war für uns schön, dass die Jugendlichen gegen die Versäumnis im Umweltschutz aufzustehen begannen", sagt Hutsteiner.

Schüler aus Steyr werden also für ihre Forderung nach mehr Tatkraft gegen die Erderwärmung den Fußstapfen von Greta Thunberg in Linz folgen müssen. Nach dem Schulunterrichtsgesetz bedeutet das ein "unentschuldigtes Fernbleiben" vom Unterricht.

Die Schuldirektoren wollen politische Überzeugung und Engagement nicht bestrafen. "Die Verhaltensnote ist ein Gesamtbild", sagt Harald Gebeshuber, Direktor des Gymnasiums Michaelerplatz, "wenn just einer fehlt, der immer ein Drückeberger ist, macht das ebenso Eindruck, wie wenn einer nicht da ist, weil er seine Meinung vertritt, der ein engagierter junger Mensch ist." "Wenn einer unserer Schüler am Freitag fehlt", sagt HTL-Direktor Franz Reithuber, "dann nicht, weil er sich einen Lenz machen will. Nachhaltiges Denken ist bei uns Lehrziel."

Artikel von

Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer
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