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Karl Kralowetz kämpfte bis zuletzt um seine Hispano-Spedition

SANKT GEORGEN AM YBBSFELD. Beim "Frächterskandal" strandete seine UCL-Flotte mit 800 Lkw. Der verurteilte Transportunternehmer wurde später rehabilitiert.

Karl Kralowetz kämpfte bis zuletzt um seine Hispano-Spedition

Karl Kralowetz, zur Insolvenzursache der „Hispano“ Bild: feh

"Mir bleibt doch gar nichts erspart" – die se Worte Kaiser Franz Josephs könnte auch der Mostviertler Transportunternehmer Karl Kralowetz in den Mund nehmen. Nachdem bei Razzien in ganz Europa Tachoscheiben bei Fernfahrern beschlagnahmt wurden, musste der Firmenchef als mutmaßlicher Ausbeuter der Chauffeure 2006 im Landesgericht St. Pölten auf die Anklagebank, nachdem er bereits in Deutschland von einem Verfahren betroffen war. "Von modernem Sklaventum nicht weit entfernt", urteilte damals Richter Peter Kotynski und verurteilte Kralowetz zu 16 Monaten Haft. Kralowetz wehrte sich gegen den Ruin seines Rufes. Seine Berufung hatte Erfolg. Nach einer neuerlichen Sicht der Fakten und einer weiteren Betrachtung der Gesetzeslage erkannte das Gericht, dass sich der Unternehmer nichts zuschulden kommen hat lassen und die Vorwürfe haltlos waren, und hob das Urteil im Juli 2007 auf. Kralowetz’ Rehabilitierung ging zu wenig in die Archive ein, was neben einer Verzögerung im Mailsystem der Redaktion auch zu einer unrichtigen Berichterstattung in der "Steyrer Zeitung" der OÖN geführt hat.

Er hatte auch sofort und eingehend auf eine Rechercheanfrage am Tag der Konkurseröffnung gegen die Hispano GmbH geantwortet, die ihm über seine Luxemburger "Medicon S.A." gehört. Den Konkursantrag mit Passiva in der Höhe von 1,6 Millionen Euro, denen Aktiva von 500.000 Euro gegenüberstehen, hat Kralowetz selbst gestellt. Dieses Mal hatte sich der Transportunternehmer nicht gegen Vorwürfe von außen zu wehren, sondern interne Widrigkeiten zu meistern. Mehrere Geschäftsführerwechsel und Streitigkeiten hätten sich darin geäußert, dass sowohl Lkw-Fahrer als auch Kunden der Hispano GmbH abgeworben worden seien. Ein den OÖN zugespieltes Schreiben macht den Sohn des Firmenchefs, Christoph Kralowetz, als Schalthirn namentlich, der seinen Vater über seine zwei tschechischen Firmen ausgestochen habe.

Wenn, dann bestätigt dieses Mail, das nicht von Kralowetz, aber offenbar von jemanden in seiner Umgebung versandt wurde, Zwistigkeiten; ob es inhaltlich zutrifft, sei dahingestellt.

Karl Kralowetz hat jedenfalls bis zu seinen gesundheitlichen Grenzen und darüber hinaus für das Speditionsunternehmen gekämpft. Der 62-jährige Unternehmer sah sich gezwungen, die Schließung des Unternehmens Hispano GmbH bekannt zu geben, von der 12 Beschäftigte betroffen sind. Wichtig ist die Unterscheidung, dass weitere Unternehmen nicht von der Insolvenz betroffen sind, schon gar nicht die Kralowetz-Gruppe seines Bruders Rainer, zu der überhaupt keine Geschäftsbeziehungen bestehen.

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Artikel Hannes Fehringer 12. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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