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Hunderte fleißige Hände gegen die Schneemassen

SPITAL AM PYHRN. Rekordwinter: Bundesheer und Feuerwehr waren in Spital am Pyhrn im Einsatz, aber im Ort herrscht keine Katastrophenstimmung.

Hunderte fleißige Hände gegen die Schneemassen

Bild: Firma fotokerschi.at e.U.

Die Schneestangen sind völlig eingeschneit, mannshohe Wechten türmen sich vor den Geschäften über den Köpfen der Einsatzkräfte und der Wind wirbelt weiter dichte Flocken vom Himmel. Spital am Pyhrn versinkt in einem weißen Meer. Auch das Bundesheer ist mit 100 Soldaten vor Ort, die mit Wannen den Schnee von den Flachdächern der Schule und anderer Zweckbauten schieben.

Trotzdem will Bürgermeister Ägidius Exenberger (SP) nicht von einer "Katastrophe" sprechen. "Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben", beruhigt das Gemeindeoberhaupt, das aus seiner Tiroler Kindheit weiß, dass der Winter auch ein anderes Gesicht hat als die weiße Pracht. "Wir haben Glück, dass wir hier in Spital eine Lücke haben, durch die der Föhn bläst", sagte er gestern zu den OÖNachrichten, "wir hatten daher, bevor die starken Schneefälle eingesetzt haben, nicht so viel Altschnee liegen." Das habe einen Puffer geschaffen, "jetzt aber müssen wir bei den Dächern etwas tun!"

Also wird jetzt nach Leibeskräften geschaufelt, nicht nur vom Bundesheer, sondern auch von den umliegenden Feuerwehren. "Wir haben Gott sei Dank zuhause noch nicht die große Not und können hier aushelfen", sagt Harald Fallend, Kommandant der Feuerwehr aus Steyrling, die mit zwei Löschzügen zur Schneeräumung nach Spital/P. ausgerückt ist.

Noch wissen die Baggerfahrer wohin sie den Schnee kippen können. Exenberger hat die bisherige Schneeräumung so organisiert, dass im Ort noch Lagerflächen frei sind. "Aber irgendwann muss es jetzt zu schneien aufhören, sonst kann’s doch noch brenzlig werden", sagt der Bürgermeister.

Video: Das Bundesheer schickte am Donnerstag rund 100 Soldaten in die Pyhrn-Region - vor allem um Flachdächer abzuschaufeln.

Video:


Umweg über die Pyhrnautobahn

Wenn alle Stricke reißen, haben die Orte entlang ihrer Trasse noch immer eine Verbindung: Die Pyhrnautobahn bewährt sich dieser Tage wieder einmal als sichere Verbindung in der Gebirgsregion des südlichen Bezirkes Kirchdorf.

Aufgrund der anhaltenden Schneefälle und der extrem hohen Lawinengefahr ist an eine Fahrt über den Pyhrnpass längst nicht mehr zu denken. Die Sperre der B 138 über den Pyhrnpass betrifft die Autofahrer aber wenig, weil sie über die A9 eine bequeme und sichere Ausweiche haben. Darüberhinaus musste gestern die Zufahrt zum Skigebiet Wurzeralm wegen Lawinensprengungen vorübergehend gesperrt werden.

Ebenso nicht befahrbar ist die L 550, die Hengststraße am Hengstpass, auf der nur die Zufahrt bis zur Abzweigung nach Innerrosenau möglich war. Weil Bäume unter der Schneelast zu brechen drohten, musste die Landesstraße zwischen Vorder- und Hinterstoder gesperrt werden.

Schulen sind geschlossen

Viele Zufahrtsstraßen sind ohnehin gesperrt und über den anderen Verbindungswegen schwebt eine extrem hohe Lawinengefahr. Da ist es am besten, zuhause zu bleiben. Die Behörden des Bezirkes Kirchdorf haben daher, um kein Risiko einzugehen, den Unterricht an zehn Schulen in acht Gemeinden bis nach dem Wochenende eingestellt.

Zur Freude der Kindern wurde an den Volksschulen von Windischgarsten, Roßleithen, Rosenau, Mitterweng, Vorderstoder, Spital/P., Hinterstoder und St. Pankraz sowie an der Neuen Mittelschule 1 und 3 in Windischgarsten wegen der prekären Schneelage schulfrei gegeben. In einigen der Schulen wurden die Sonderferien bis zum kommenden Montag, 14. Jänner, ausgeweitet.

Trotz Rekordmengen fährt die Bahn

Auch auf den Schienenwegen sind die Schneepflüge im Dauereinsatz. Den ÖBB ist es bislang gelungen, den Zugbetrieb auch auf der Pyhrnstrecke, die eine der am meisten von den Dauerschneefällen betroffenen Linien ist, ohne Störungen aufrecht zu halten. "Dazu müssen Mitarbeiter auch mit Schneeschaufeln zur händischen Arbeit ausrücken", sagt ÖBB-Pressesprecher Karl Leitner. Manches Mal müssen Weichen freigeschaufelt werden, die dann enteist werden. 10.300 der 13.600 Weichen auf dem ganzen ÖBB-Streckennetz sind allerdings mit Heizungen ausgestattet, die die Lokführer von den Triebwägen aus fernbedienen können.

ÖBB-mitarbeiter rücken auch mit schneeschaufeln aus Trotz Rekordmengen fährt die Bahn

Räumtrupps der ÖBB stehen im Dauereinsatz, bislang fielen keine Züge aus. (ÖBB)

Höss und Wurzeralm waren in Betrieb

Vielleicht war es gestern für die HiWu-Seilbahngesellschaft bei dem Schneegestöber und minus neun Eisesgraden am Höss-Gipfel schon mehr eine Ehrensache, die Gondelbahnen und Lifte in Betrieb zu setzen. Die wenigen Skifahrer, die der Witterung trotzten, kamen stets sofort bei den Bergfahrten an die Reihe. Und der Neuschnee unter den Brettln war besonders gführig. 

 

 

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Artikel 11. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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