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Steyr

Hartes Match: Legionär aus Steyr nimmt internationale Tennis-Wettmafia ins Visier

Von Gerald Winterleitner 18. Februar 2019 00:04 Uhr

Hartes Match: Legionär aus Steyr nimmt internationale Tennis-Wettmafia ins Visier
Steyrs Tennis-Legionär aus Argentinien, Marco Trungelliti, schlägt im Kampf gegen die Wettmafia auf.

STEYR. Der Argentinier Marco Trungelliti spielt seit vier Jahren beim UTC.

Vor vier Jahren, 2015, schlug der damals 25-jährige Argentinier erstmals in der Tennis-Bundesliga für den UTC Steyr auf. In etwa zu dieser Zeit wurde der Südamerikaner auch erstmals von einem Mann kontaktiert, der ihm Sponsoren für seine internationale Karriere verschaffen wollte. Trungelliti war danach rasch klar: Hier geht es um Wettbetrug. Er wandte sich an die TIU, die Tennis Inegrity Unit, wie das Portal "tennisnet.com" nun berichtete. Damit begann das vermutlich schwierigste Match des Tennis-Profis: Sein Kampf gegen die internationale Wettmafia.

Als Trungelliti, aktuell Nummer 114 der ATP-Rangliste, vor zwei Wochen bei seinen Heimturnieren in Córdoba und Buenos Aires geschnitten und als Maulwurf denunziert wurde, packte er gegenüber der argentinischen Tageszeitung "La Nación" aus: Der Wettpate hätte ihm bis zu 3000 US-Dollar für Spielmanipulationen bei Future-Turnieren, bis zu 10.000 Dollar bei Challengern und zwischen 50.000 und 100.000 Dollar bei ATP-Turnieren geboten. Bei so etwas könne er nicht ruhig bleiben, sagte Trungelliti gegenüber der Zeitung: "Weil ich so etwas hasse."

Sperre wie einst bei Köllerer

Aufgrund von Trungellitis Aussagen vor Gericht wurde der Argentinier Nicolas Kicker, damals ATP-Nummer 84, im Vorjahr für drei Jahre gesperrt, einzig im Davis Cup ist er spielberechtigt. Ein weiterer Argentinier wurde sogar zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Etwas, das dem Welser Daniel Köllerer, der 2011 wegen Wettmanipulation von drei Spielen eine lebenslange Sperre ausgefasst hatte, erspart geblieben ist.

An Trungelliti, der mit seiner Freundin seit Dezember versteckt in Andorra lebt, gingen die nun erfolgten Anfeindungen als Verräter nicht spurlos vorüber. Er ist in psychologischer Behandlung und in eine Formkrise geschlittert.

"Ich habe höchsten Respekt vor dem, was er sich getraut hat", sagt Steyrs Sportchef Stefan Minichberger, "er hat sich damit in keine angenehme Situation gebracht." Leider sei Wettbetrug im Tennis weiterhin ein riesengroßes Problem. Speziell in Asien und Südamerika vermute er die Zentren dieser mafiösen Strukturen.

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