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Steyr

Gutes Pflaster, um alt zu werden: Schloss-Hall-Seniorin wurde 101

27. November 2021 00:04 Uhr

Gutes Pflaster, um alt zu werden: Schloss-Hall-Seniorin wurde 101
Leopoldine Ringel feierte ihren 101. Geburtstag.

BAD HALL, GARSTEN. Die Garstnerin Leopoldine Ringel lebt seit sechs Jahren im Heim.

Bereits 95-jährig zog die ihrem Alter entsprechend rüstige Garstnerin Leopoldine Ringel vor sechs Jahren ins Caritas-Seniorenwohnhaus Schloss Hall in Bad Hall ein, wo sie sich bis heute wohlfühlt. Nun feierte sie kürzlich ihren 101. Geburtstag. Und damit ist sie nicht einmal die älteste Bewohnerin des Seniorenwohnhauses. Denn mit Hilde Sigora, die bereits im Februar ihren 101. Geburtstag feiern durfte, gibt es im Schloss Hall sogar noch eine ältere Seniorin. "Wir sind wohl ein gutes Pflaster, um in Würde und zufrieden alt zu werden", sagt Pflegedienstleiterin Daniela Nöstlinger.

Leopoldine Ringel wurde im Jahr 1920 als "mittleres" von drei Kindern in Garsten geboren. Gemeinsam mit ihren beiden Brüdern wuchs sie in bescheidenen Verhältnissen auf einem kleinen Bauernhof mit einer Kuh, einem Schaf und einer Ziege auf. Der Vater arbeitete bei der Eisenbahn in Garsten, die Mutter kümmerte sich um die Wirtschaft. Eine höhere Schulausbildung blieb Ringel als Mädchen aus wirtschaftlichen Gründen verwehrt. Erst nach der Pensionierung des Vaters konnte sie sich ihren Traum erfüllen und die Krankenpflegeschule in Steyr besuchen. Mit großer Leidenschaft ging sie ihrem Beruf nach, bis sie 1947 ihren Mann Josef kennen lernte und heiratete. Sie und ihr Mann, der in Garsten Justizwachebeamter war, bekamen zwei Töchter, um die sie sich liebevoll kümmerte. Daneben pflegte sie zuerst ihre Schwiegermutter, später auch ihre Eltern.

Tiefer Glaube

Zeit ihres Lebens prägend war für sie als junge Frau die Kriegsgefangenschaft ihrer Brüder und später die Einquartierung von Besatzungssoldaten. 1987 musste sie nochmals einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten, als ihr geliebter Mann Josef bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Ihre Fröhlichkeit und ihre Hilfsbereitschaft verlor Leopoldine Ringel dennoch nicht.

Ihre Familie und ihr tiefer Glaube waren ihr zeitlebens wichtig. Noch heute besucht sie regelmäßig die Kirche. Als der Körper schwächer wurde und sie nicht mehr allein zu Hause leben konnte, übersiedelte sie im Jänner 2015 ins Caritas-Seniorenwohnhaus Schloss Hall.

"Wir schätzen ihre große soziale Ader", sagt Caritas-Mitarbeiterin Sonja Prenninger, "sie ist immer hilfsbereit. Aber für sich selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, fällt ihr deutlich schwerer."

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