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Steyr

"Fledermaus" erhält in Steyr Bluttransfusion

Von Hannes Fehringer  02. Dezember 2021 00:04 Uhr

Musikfestival bringt 2022 Klassiker, der kein Klassiker werden soll.

STEYR. Das Musikfestival hängt den Operettenklassiker im Sommer für eine Neufassung ans Ladegerät.

Es gibt einen Garanten dafür, dass der Operettenklassiker "Die Fledermaus" nächsten Sommer beim Musikfestival Steyr kein Operettenklassiker wird: Das Janoska Ensemble, das schon heuer beim "Mann von La Mancha" bei der Begleitmusik jazzte und swingte, kann das.

"Es wird ja ein ,Die Fledermaus reloaded‘", verteidigt Intendant Karl-Michael Ebner die Stückwahl als keine Flucht in die Vergangenheit zur Operette, die immer geht, auch wenn nach Corona nichts mehr geht. "Wir wollen innovatives Musiktheater machen", sagt der Intendant, "das schließt ein, einen vermeintlich abgedroschenen Schlager neu auszuloten."

Mit dem Janoska Ensemble, mit dem sich Ebner zu einer Herzenspartnerschaft gefunden hat, steht zu erwarten, dass der gemischte Satz aus heutiger Musik mit der Operettenliteratur wieder munden wird. Susanne Sommer wird als Regisseurin wieder alle Kraft aufbieten, auch die Handlung von der Sektlaune vor der Kerkerhaft in das gegenwärtige Jahrhundert zu holen. "Anknüpfungspunkte aus dem Tagesgeschehen der heutigen Politik und Gesellschaft gibt es dafür ja wirklich genug", merkt Ebner an.

Für die Neuaufladung der Operette von Johann Strauß taugt natürlich schwer das Libretto der Uraufführung im Jahr 1874. Also nimmt sich Sommer alle Freiheiten, auch die Dialoge neu zu schreiben und dem heutigen Verständnis anzupassen. Die letzte Nacht des Gabriel von Eisenstein beim Prinzen Orlofsky vor seinem Haftantritt wird demnach mit heute gebräuchlichen Vokabeln turbulent verlaufen. Und natürlich wird es auch den legendären Kerkermeister "Frosch" auf der Bühne im Steyrer Schlossgraben geben, aber irgendwie ganz anders als in den herkömmlichen Fassungen. "Mehr verrate ich nicht", schweigt sich Ebner dazu noch aus, um die Spannung zu halten. Auch über die Rollenbesetzung etwas zu sagen, wäre noch verfrüht. Fix dagegen ist, dass der Vorverkauf für die 28. Spielsaison des Musikfestivals gestern begonnen hat: Schnellentschlossene profitieren bis 24. Dezember vom Frühbucherbonus mit 15 Prozent Ermäßigung.

Artikel von

Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer

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