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Steyr

Befreiungsfeier beim KZ Münichholz: „Niemals Nummer. Immer Mensch“

Von Gerald Winterleitner  04. Mai 2019 11:19 Uhr

Franz Küberl ist heuer der Gedenkredner.

STEYR. Der ehemalige Caritaspräsident Küberl ist am Montag um 17.30 Uhr der Redner bei der Gedenkveranstaltung beim KZ-Denkmal an der Haagerstraße. Am 5. Mai 1945 hatten US-Truppen das KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz befreit. Dieser Tag jährt sich heuer zum 74. Mal.

Es ist ein Gedenken und Innehalten, das angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen und politischer Strömungen aktueller und wichtiger ist, als viele denken: Am Montag, 6. Mai, wird um 17.30 Uhr anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz beim KZ-Denkmal an der Haagerstraße die alljährliche Befreiungsfeier abgehalten.

Bis zu 3000 Häftlinge aus allen europäischen Staaten hatte das Nazi-Regime hier untergebracht. Am 5. Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das KZ Steyr-Münichholz. Die Überlebenden litten noch Jahrzehnte an ihrer menschlichen Entwürdigung, viele Angehörige wussten oft Jahre nicht, wo ihre Verwandten zu Tode kamen.

Der Italiener Cesare Lorenzi, der sechs Konzentrationslager überlebte und 17 Tage nach der Befreiung in Mauthausen an den Folgen der KZ-Haft starb, war einer der in Münichholz internierten. Seine Tochter kommt seit mehr als zehn Jahren jedes Jahr nach Steyr: „Es ist wichtig, dass die Jugend über den Terror der Nazis Bescheid weiß und wie viel Leid diese Diktaturen in ganz Europa angerichtet haben.“

Das Thema der Befreiungsfeier schürft tief: „Niemals Nummer. Immer Mensch“. Vier Worte, die ein wenig erahnen lassen, was damals war. „Bei der Registrierung der Häftlinge im KZ wurde ihnen das letzte Merkmal der Individualität genommen“, sagt Karl Ramsmaier, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Steyr: „Sie wurden mit einer Nummer versehen. Der Raub des Eigennamens bedeutete das Ende der bisherigen Lebensgeschichte.“ Häftlinge wurden nur mehr mit ihrer Nummer gerufen und mussten sich immer mit ihrer Nummer melden. Sie waren für die Nazis nur mehr eine „Nummer“.

Gedenkredner ist am Montag der ehemalige Caritaspräsident Franz Küberl. Er hat sich immer wieder für die Schwächeren und Ausgegrenzten eingesetzt. „Es geht um Ehrfurcht. Weil es um Menschen geht. Um Ehrfurcht vor den gequälten, gefolterten, misshandelten, gedemütigten und ermordeten Menschen. Sie dürfen nicht nochmals zu Tode kommen, indem wir Ihr Andenken nicht wahren.“

Artikel von

Gerald Winterleitner

Lokalredakteur Steyr

Gerald Winterleitner
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