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Steyr

Bahnhofsviertel: Mieter wollen endlich Klarheit

Von Gerald Winterleitner 24. Juni 2019 00:04 Uhr

Bahnhofsviertel: Mieter wollen endlich Klarheit
Am Hessenplatz könnten Appartements und ein Hotel entstehen.

STEYR. Hotel, Appartements, Tiefgarage? Die Informationen der Käufer von sechs Objekten fließen aktuell nur spärlich.

"Wir wollen endlich wissen, wie wir dran sind!" Mieter der Objekte Hessenplatz 3 und 4, Kompassgasse 4 sowie Dukartstraße 5, 7 und 9 sind verunsichert. Am 16. April waren sie per Schreiben darüber informiert worden, dass die Häuser von der Wohnbau 2000 an die in Brunn am Gebirge beheimatete, zu einem Beteiligungsgeflecht gehörende ELF Immobilien GmbH verkauft wurden. "Danach haben die neuen Eigentümer angekündigt, dass sie sich mit uns zusammensetzen wollen", berichtet eine seit vielen Jahren hier lebende Familie, "aber zustande gekommen sind diese Treffen nie."

Die angespannte Unruhe in diesen sanierungsbedürftigen Häusern im Bahnhofsviertel ist verständlich. Seit dem Kauf durch ELF ranken sich zahlreiche Gerüchte rund um die Entwicklung. Speziell für den im Jahr 1872 erbauten Gründerzeit-Vierkanter Hessenplatz 3 gegenüber dem Steyrer Bahnhof sollen Pläne bereits konkret gewesen sein. Die Rede war von einem Hotel mit rund 60 Betten, zusätzlich dazu von einer Reihe exklusiver Appartements, für die das bereits desolate Dach geöffnet werden müsste und das Gebäude aufgestockt werden sollte. Zudem wurden bereits Gespräche mit Errichtern und Betreibern einer Tiefgarage, die zwischen Hessenplatz und Dukartstraße gegraben werden soll, geführt.

Bahnhofsviertel: Mieter wollen endlich Klarheit
Der prächtige Bau an der Dukartstraße soll saniert werden.

100.000e Euro privat investiert

Er wolle all diese Gerüchte nicht kommentieren, sagt dazu Hannes Michael Kirchner, Geschäftsführer und Gesellschafter von ELF: "Wir wollen jetzt einmal in Ruhe sondieren, schauen, was geht, was möglich ist. Dann werden wir die Mieter rechtzeitig informieren." Klar sei aber auch, dass etwas gemacht werden muss. Man müsse sich den Zustand der Häuser ja nur anschauen. Ob ELF auch die alte Post kaufe, diese Frage müsse an Reinhold Frasl (Anm.: aktueller Eigentümer) gerichtet werden, sagt Kirchner: "Letztlich ist aber alles nur eine Frage des Preises."

Indes wird die Verunsicherung der Mieter, die ihre teils mehr als 150 Quadratmeter großen Substandardwohnungen in Eigenregie um 100.000e Euro adaptiert haben, nicht kleiner. "Ich habe zwei Jahre mit der Garagenbaustelle vor dem Haus gelebt", sagt eine Mieterin, "jetzt will ich nicht auf der anderen Seite, wo wir für unsere Gärten gekämpft haben, wieder Staub und Lärm haben." Mittlerweile wurden die Wohnungen bereits von einem Architekten aus Brunn am Gebirge vermessen, ohne über die weitere Vorgangsweise zu informieren. Ein Mieter dazu: "Wenn uns ELF weghaben will, muss sie sich auf einen langen, teuren Gerichtsstreit gefasst machen. Wir haben großteils unbefristete Mietverträge."

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