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Steyr

Schweinefleisch kommt nicht mehr auf die Teller

Von Hannes Fehringer   06. September 2017 06:21 Uhr

Schweinefleisch kommt nicht mehr auf die Teller
Mahlzeit im Kindergarten: In Amstetten streitet man ums Schweinefleisch.

AMSTETTEN. Kindergartenleitung nimmt Rücksicht auf muslimische Kinder. FP und VP üben Kritik.

Gegessen wird, was auf den Teller kommt. Im Kindergarten des Amstettner Stadtteiles auf dem Krautberg wird es beim Mittagstisch kein Schweinefleisch mehr sein. Die Hortleiterin hat die Eltern in einem Schreiben in Kenntnis gesetzt: "Da Kinder aus anderen Kulturen auch bei uns zu Mittag essen, gibt es bei uns kein Schweinefleisch oder Lebensmittel mit Schweinegelantine."

Eltern, so sagt die FP, haben den Bissen in den falschen Hals bekommen: "Wir haben Beschwerden erhalten", sagt Gemeinderätin Martha Harreiter, "es ist so, dass jene Eltern aus einer fremden Kultur anscheinend schon mit Allmacht ausgestattet sind und einen weiteren Sieg über ihr Schweinefleisch essendes ,Gastland’ feiern". VP-Vizebürgermeister Dieter Funke führte den Entfall von Schweinsbraten und Speckknödel am Speiseplan des Kindergartens als Musterbeispiel misslungener Integration an: "Es kann nicht sein, dass wir andauernd unsere Gewohnheiten anpassen und sich in der Gegenrichtung nichts bewegt." Das Thema ist zum Aufreger geworden. Die Freiheitlichen verlangen nun unverzüglich eine "verpflichtende Abstimmung" unter jenen Eltern, die Kinder in einer Schule oder einem Kindergarten in Amstetten verköstigen lassen, ob es auch in Zukunft Schweinefleisch zu essen geben soll.

"Keine Verordnung der Stadt"

Im Rathaus wird die Angelegenheit nicht so heiß gegessen. Für den für die Kindergärten zuständigen Stadtrat Gerhard Riegler (SP) handelt es sich nicht um einen Kniefall vor islamischen Vorschriften: "Es gibt in der ganzen Stadt keine Weisung von uns, was es in den Kindergärten zu essen geben soll". Die Rücksichtnahme im Kindergarten auf dem Krautberg sei einfach praktischen Gründen geschuldet. Nicht einmal ein Dutzend Eltern hätten bislang das Angebot des Mittagstisches für ihre Kinder genutzt. Getrennte Bestellungen bei der Cateringfirma, die das Essen liefert, wären zu umständlich: "Also gibt’s immer etwas, das alle essen können."

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