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Rufnummer „07202 / 70 0 33“: Betrüger treiben "Schulden" ein

KREMSMÜNSTER. Ein Kremsmünsterer wurde von einem Anrufer mit nordländischem Akzent angeherrscht, 1720 Euro zu überweisen. Er hatte aber alle seine Rechnungen bezahlt und rief die Polizei.

Rufnummer "07202 / 70 0 33": Betrüger treiben als Inkassobüro "Schulden" ein

Auf Drohungen von Inkassobüros im Internet oder am Telefon gibt es nur eine Antwort: ignorieren und auflegen. (Wodicka) Bild: Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Der Name tut nichts zur Sache. Edgar Petschl aus Kremsmünster hatte mit einem gewissen Peter Huber Bekanntschaft gemacht. Der Herr sprach nordländischen Akzent – "wahrscheinlich schwedisch", sagt Petschl – und war am Telefon sehr unfreundlich und wirsch. Peter Huber, dessen Name so falsch war wie sein Beruf, gab sich als Mitarbeiter eines Linzer Inkassobüros aus und herrschte den Kremsmünsterer an, nach etlichen Mahnungen endlich die noch ausstehenden 1720 Euro zu bezahlen. "Ich habe doch alle meine Rechnungen bezahlt und daher auch keine Mahnung bekommen", entgegnete Edgar Petschl. Als er dem Anrufer ankündigte, seinen Rechtsanwalt einzuschalten, legte dieser den Hörer auf. Petschl ging sofort zur Polizei und erstattete Anzeige gegen einen unbekannten Betrüger.

Nicht nur bei der Polizei kennt man die Masche der angeblichen Inkassobüros, im Internet tauschen sich Opfer auf Plattformen aus. Petschl hat geistesgegenwärtig die Nummer, die auf seinem Display aufgeschienen hat, abgeschrieben. Die Rufnummer "07202 / 70 0 33" ist für die Ermittler altbekannt: Sie scheint oftmals bei Gaunereien bei angeblichen Schulden, die die Angerufenen nicht beglichen hätten, auf. In einigen Fällen war der Geldeintreiber des fiktiven Inkassobüros aus Linz nicht Herr Huber, sondern eine Frau, die sich nicht weniger unfreundlich und harsch als Claudia Schmidt meldete. "Sinn und Zweck der Einschüchterungsversuche ist, vielleicht einen Blindtreffer zu landen", sagt ein Ermittler des Landeskriminalamtes. Jemand, der vielleicht wirklich Schulden bei einem Versandhaus hat, könnte unter Druck gesetzt das letzte Geld zusammen kramen und den Gaunern überweisen. Die Vorwahl "07202" im Festnetz gibt es, aber in Deutschland von der Karlsbad in Baden-Württemberg. Wer "70 3 33" wählt, kommt an ein totes Ende, die Telefonnummer gibt es gar nicht. "Die Täter haben sich über ihre eigentliche Rufnummer über eine App im Internet eine gefälschte Tarnnummer legen lassen", erklärt ein Experte des Landeskriminalamtes.

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Artikel Hannes Fehringer 13. Juni 2018 - 03:19 Uhr
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