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Polit-Sekte will im Landesgericht Säle für "Naturrecht"

STEYR, RIED IM TRAUNKREIS. Nach einer "öffentlichen Bekanntmachung" auf Facebook trifft Gericht Vorkehrungen. Mit ihrer Selbstjustiz beschwor die Gruppe bereits einen Polizeieinsatz im Waldviertel herauf.

Polit-Sekte will im Landesgericht Säle für "Naturrecht" in Beschlag nehmen

Strafprozess am Landesgericht Steyr: Politsekte bezweifelt Staatsmacht. Bild: APA

Das Datum scheint zwei Monate verfrüht, beim Zeitpunkt der angekündigten Übernahme der Gerichtsbarkeit könnte man einen Aprilscherz vermuten. Wie er auf Facebook großspurig in einer "Bekanntmachung" verlautbart, will der "Internationale Gerichtshof für allgemeingültige Rechtsprechung" ab 1. Februar im Landesgericht zwei, drei Säle für seine Verhandlungen nach dem "Naturrecht" okkupieren. Der Eifer der "Richter", ihren Amtsantritt ausgerechnet auf einen Sonntag zu verlegen, ist nicht das einzige Befremdende.

Die Wutbürger dahinter kennen die "Freeman"-Bewegung und Johannes "Joe" Kreissl aus Ried im Traunkreis gut, der als deren Wanderprediger die Befreiung des menschlichen Wesens vom Staat und dessen Schuldensystem lehrt. Im August des Vorjahres haben Gleichgesinnte in Hollenbach im Waldviertel einen Großeinsatz der Polizei heraufbeschworen. Der "Naturrechts-Gerichtshof" hat einen "Sheriff" losgeschickt, der per "Haftbefehl" eine Rechtsanwältin zum Prozess auf einem Bauernhof vorführen hätte sollen. Die Juristin war die Sachwalterin der Hofbesitzerin, die zur Gruppe gehörte. Die Polizei unterband mit einem Einsatz von 40 Beamten und einer Hundestaffel die Volksjustiz 200 versammelter Leute, die die Staatsgewalt leugnen. Kreissl, der mit einem Versand von Gesundheitsprodukten Pleite machte und für Frank Stronach Wahlwerbung besang, ist auf einem Youtube-Video als Wortführer zu sehen: "Ich dürfte keinen einsperren. Uns hat man gehindert, eine Naturrechtsgerichtsverhandlung zu machen."

Christoph Mayr, Pressesprecher des Landesgerichtes Steyr, hält es für möglich, dass der Mann mit Ziegenbart mit Gefolgschaft vor dem Gerichtsgebäude aufkreuzt: "Wir werden nicht blauäugig sein." Denn wenngleich die Gerechtigkeitsfanatiker Friedfertigkeit betonen, schließt das Handgreiflichkeiten nicht aus. Auf der Website des "Gerichtshofes" können sich noch Sheriffs und Deputys melden: "Wir suchen Männer und Frauen mit Erfahrung in Kampfsport, Personenschutz, Militär- und Polizeiangelegenheiten. Auch rufen wir aktive Polizisten, Grenzschützer und Soldaten auf, sich zu melden."

Mister "Freeman"

„Die gonze Wöd is am Grinsn den gonzn longen Tog, die Menschen hom’s irgendwie kapiert / weil sie glaub’n nimma an Zinsn oder an ,EU-Vertrag’ und hom gemeinsam Fukushima repariert... Hey! Hey! Welcome to Freedom! All those rules – we don’t need them“ – Dieser Song von Johannes Kreissl gibt vor, dass sich der Mensch von den Sachzwängen der Welt befreien kann. „Joe“ wie sich der Musikproduzent und Versandhändler aus Ried/T. nennen lässt, ist einer der Wortführer der „Freeman“-Bewegung, die die Loslösung des Einzelnen vom Staat predigt.

 

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Artikel Hannes Fehringer 22. Januar 2015 - 00:04 Uhr
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