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Steyr

Palastrevolution in der roten Hochburg Reichraming ist gescheitert

16. April 2009 00:04 Uhr

Palastrevolution in der roten Hochburg Reichraming ist gescheitert
Bürgermeister Reinhold Haslinger

Aufruhr in der Ennstalgemeinde. Obwohl die Roten in Reichraming eine Macht sind, krachte es wenige Monate vor der Wahl gewaltig hinter den Kulissen. Ausgerechnet jene Gruppe, die den amtierenden Bürgermeister Reinhold Haslinger 1997 ins Amt gebracht hatte, stellte sich jetzt gegen ihn und trat bei der parteiinternen Generalversammlung kürzlich mit einer zweiten Liste namens „SPÖ Reichraming-Neu“ an. In dem Team fanden sich Fraktionsvorsitzender Thomas Schwingshackl, dessen Bruder Harald, etliche Gemeinderäte und Funktionäre aus Reichramings Vereinen. „Wir haben lange stillgehalten, doch wenn der interne Reinigungsprozess nicht mehr funktioniert, muss man die Mitglieder fragen, ob sie diesen Weg noch wollen“, sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Schwingshackl, der im Herbst seine Funktion niederlegen wird und sich voll auf seine Aufgabe als Bürgermeistersekretär in Steyr konzentrieren will. Dass er selbst Haslinger gerne als Einser abgelöst hätte, davon will Schwingshackl nichts wissen. „Uns ging es nicht um einen Putsch, sondern um das Wohl der Partei und ein neues Angebot.“ Haslinger selbst dürfte das etwas anders sehen. Der Ortschef war gestern telefonisch nicht erreichbar. Ihm ist es jedenfalls gelungen, die neue Liste als Putschversuch darzustellen und die Mehrheit der Mitglieder auf seine Seite zu ziehen. Seine ehemaligen Förderer und nunmehrigen Kritiker werfen Haslinger vor, dass er kein Teamspieler sei und Entscheidungen im Alleingang treffe. Vizebürgermeister Michael Schwarzlmüller dürfte innerhalb der Reichraminger SP auch nicht unumstritten sein. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, er habe Sitzungen und Versammlungen nicht ordnungsgemäß einberufen, zudem soll sich der Mitgliederstand der Partei drastisch verringert haben.

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