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Musical-Erfolg: Nach dem Tod findet Bruckner die Liebe

STEYR. "Die Chorreichen 17" betätigen sich singend und spielend als Geschichtsvermittler.

Musical-Erfolg: Erst nach seinem Tod findet Bruckner die große Liebe

Der Wirtshaustisch als Dreh- und Angelpunkt der Steyrer Geschichte: Bruckner und Werndl besprechen sich. Bild: Daucher

Großartig! Woran so manche Profibühne kläglich scheitern würde, haben "Die Chorreichen 17" mit Bravour geschafft. Die singfreudige Truppe rund um Siegfried Faderl und Ewald Mayrbäurl brilliert mit einem Singspiel, das sie selbst erdacht, selbst entwickelt und selbst einstudiert hat. Auch das Publikum zeigt sich von "Die verschollene Rose", so der Titel, begeistert.

Bunt, lebendig, amüsant

Bunt und abwechslungsreich, dazu mit allerhand komischen Szenen: So kommt die an sich tragische Geschichte daher, mit der der Steyrer Chor dem Komponisten Anton Bruckner ein lebendiges Denkmal setzt: Er, Bruckner, vergisst am Wirtshaustisch eine Komposition, die er einer jungen Frau zugedacht hat. Industriepionier Josef Werndl nimmt das Notenblatt an sich. Die Rückgabe scheitert aber mehrfach...

Was das Stück von den bisherigen Faderl & Mayrbäurl-Produktionen abhebt: Erstmals begeben sich die Chorreichen 17 mitten hinein in die Geschichte Steyrs, klammern sich dabei aber nicht sklavisch an historische Vorgaben. Im Gegenteil: Bruckner und Josef Werndl dürfen auf der Bühne ein – denkbar realistisches – Eigenleben entwickeln und zueinander aufschauen. So ist auch das Happy End eines, das man Bruckner von ganzem Herzen wünscht: Zeitlebens hat er von der großen Liebe, seiner Rose, geträumt. Nach seinem Tod tritt ihm das Traumbild als Engel gegenüber.

Hinter dem Erfolg, der leicht und locker erscheint, steckt freilich viel Arbeit. Faderl, der Komponist, ist seit zwei Jahren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Auch Regisseur Karl Lindner hat jede Menge Ideen in das Stück investiert – nur zum Finale hin sind Längen und ein übertriebener Zwang zur Wissensvermittlung spürbar.

Heiter und überaus bekömmlich ist der erste Teil des Stücks. In Szenen wie jener in der Kuranstalt, in die der völlig überarbeitete Bruckner zur Erholung gesteckt wird, dürfen die singenden Schauspieler ihr komödiantisches Talent ausleben.

Peter Kramlinger spielt das Genie Bruckner herrlich zerstreut, schüchtern und ehrlich – diejenigen Frauen, die er haben könnte, sind ihm schlichtweg "zu alt" oder "zu schiach". Paul Schönberger-Ung legt Werndl als leutseligen Top-Industrieboss an. Auch in den Nebenrollen finden sich einige Schauspielgrößen. Instrumental ist das Ensemble "Klang Wien" im Einsatz.

Zwei Mal wird "Die verschollene Rose" noch im Stadttheater Steyr gespielt: am Freitag, 26., und Samstag, 27. September. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es bei den VKB-Banken Steyr-Stadtplatz und Steyr-Neulust.

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Artikel Kurt Daucher 23. September 2014 - 00:04 Uhr
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