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Mit Vespa-Einrad über die höchste Hängebrücke

Von Hannes Fehringer   05.Dezember 2014

Günter Schachermayr
Günter Schachermayr  

Zur höchsten Hängebrücke Österreichs, die im Tiroler Lechtal in Holzgau 114 Meter über der Schlucht schwebt, führt ein Fußsteig. An beiden Enden sind Verkehrsschilder mit einem allgemeinen Fahrverbot aufgestellt. Was einen wie den Steyrer Maschinenbaumeister Günter Schachermayr auf seinem Vesparoller nicht abhält.

Am vergangenen Wochenende hatte der 36-jährige Steyrer seine Schwarzfahrt über die Hängeseilbrücke in Holzgau auf die Minute vorausgeplant. Helfer sperrten das Gelände ab, sodass kein Wanderer der verbotenen Überfahrt in die Quere kam. „Das ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir keinen anderen Menschen in Gefahr bringen“, sagt Schachermayr. Wieder nur auf dem Hinterreifen mit abmontiertem Vorderrad, so wie er schon die Großglockner-Hochalpenstraße bezwungen hatte, tuckerte Schachermayr über die Seilbrücke. „Die Schlucht hinunterzusehen, habe ich bleiben lassen“, sagt der Moped-Stuntman, der für seine Acts gegen die Höhenangst eigens trainiert hatte.

Kaum war Schachermayr über die Brücke gefahren, kreiste über den Köpfen ein Polizeihubschrauber. Die gesamte Crew flüchtete in Windeseile vom „Tatort“. Dass es eine Behördenstrafe setzen wird, damit rechnet Schachermayr ganz fix: „Aber das muss ich bei meinen Unternehmungen halt in Kauf nehmen.“ Auch die Sponsoren wie die Welser Seiltechnikfirma Teufelsberger, deren Forschungsabteilung die harten Nüsse immer wieder reizen, die Schachermayrs Unternehmungen mit sich bringen, sehen das als unvermeidliches Beiwerk an. Der nächste Stunt des Steyrers ist indes genehmigt: Schachermayr wird zur Saisoneröffnung der mit 2,3 Kilometer längsten Seilrutsche im Schweizer Hoch Ybrig im Frühjahr mit seiner Vespa auf den Felgen kopfüber talwärts gleiten.

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06. Mai 2021