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MAN bereitet in Steyr Fertigung für Elektro-Lkws vor

STEYR. Prototypen von Zugfahrzeugen mit Batteriebetrieb werden auf die Straße geschickt. In den MAN-Labors in Steyr wird getestet und auf einem virtuellen Band die Montage entwickelt.

Nutzfahrzeughersteller MAN bereitet in Steyr Fertigung für Elektro-Lkws vor

War ein Hit bei der langen Nacht der Forschung: Im virtuellen CAVE-Raum werden bei MAN die Montageschritte für Elektro-Lkws entwickelt. Bild:

Nächsten Montag ist hoher Besuch im MAN-Werk angesagt. Bundeskanzler Christian Kern (SP) und Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SP) werden den Augenblick mit ihrer Anwesenheit auszeichnen, wenn der Vorstandsvorsitzende der MAN Trucks & Bus AG, Joachim Drees, eine Vereinbarung mit dem "Council für nachhaltige Logistik" (CNL) unterschreibt.

Die Unterfertigung eines gemeinsamen Memorandums ist ein historischer Moment in der jüngeren Konzerngeschichte, weil er wahrscheinlich richtungsgebend ist bei der Weiterentwicklung der Nutzfahrzeuge. In dem Konsortium des CNL haben sich Handelsriesen wie Metro, Hofer, Rewe, Spar und "dm" mit Frächtern wie Quehenberger, Schachinger, "dpd", Post und Gebrüder Weiss zusammengefunden, die mit der Universität für Bodenkultur eine gemeinsame Achse für einen schadstofflosen Verkehr bilden wollen. In dem Netzwerk tätig ist die Klimaforscherin und Leiterin des Zentrums für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit Helga Kromp-Kolb sowie der Vize-Rektor der BOKU, Josef Glößl.

Für MAN geht es darum, beim Güterverkehr der Zukunft von Konkurrenten wie etwa Mercedes nicht von der Straße gedrängt zu werden und selber eine Kühlerhaube voraus zu sein. Eine Sattelzugmaschine mit Elektroantrieb werde nicht "wie es manche Wettbewerber gezeigt haben, ein Übermorgenauto sein, sondern ein Morgenauto", sprach Drees bei der internationalen Autoausstellung IAA im Vorjahr von einer Marktreife in absehbarer Zeit.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Werk Steyr und dessen Forschungseinrichtungen zu. Demnächst werden neun Sattelschlepper des Fahrzeugtypes TGS 4x2 BLS-TS bei einer Vorserienproduktion mit 250-kW-Elektromotoren umgerüstet. In den Freiraum des wegfallenden Dieselmotors werden unter der Kühlerhaube des Zugfahrzeuges drei Hochleistungs-Lithium-Batterien eingebaut, die eine Reichweite bis 150 Kilometer erlauben.

Die Prototypen kommen bei den Partnern zum Einsatz und werden regelmäßig ins Werk geholt, um Testdateien auszulesen. Auf dem virtuellen Montageband CAVE in Steyr werden Techniker mit Videobrillen auf dem Kopf erforschen, wie sich der Elektroantrieb am besten einbauen lässt. An welchem Konzernstandort die Elektro-Lkws in Serienfertigung gehen, ist zum jetzigen Zeitpunkt freilich noch offen.

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Artikel Hannes Fehringer 15. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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