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Gemeinde setzt Museum vor die Türe

YBBSITZ. ÖBB-Pensionist Herbert Marko muss historische Sammlung zur Ybbstalbahn räumen.

Gemeinde setzt Museum vor die Türe

Helmut Marko muss seine Sammlung aus dem Ybbsitzer Bahnhof entfernen. Bild:

Schienen könnten allenfalls als Gestaltungselemente den geplanten "Allmende"-Platz vor dem Ybbsitzer Bahnhof schmücken, auf dem Unternehmer Transporte zwischenlagern oder auf dem eine Freiluftveranstaltung stattfindet. An die stillgelegte Ybbstalbahn, deren Stichstrecke hier endete, erinnert ansonsten bald nichts mehr. Der ÖBB-Pensionist Herbert Marko erhielt im Spätsommer für das von ihm im Gütermagazin eingerichtete Bahnmuseum von der Gemeinde das Kündigungsschreiben. Marko hatte das Bahnhofsgebäude nach der Streckenstilllegung von seinem früheren Arbeitgeber um 300 Schilling (22 Euro) Monatszins gepachtet. In den Räumlichkeiten hat er Erinnerungsstücke von der Ybbstalbahn sowie eine große Modelleisenbahn mit originalgetreu nachgebauten Lokomotiven und Waggons ausgestellt. In den zwölf Jahren des Bestandes haben das Privatmuseum 30.000 Eisenbahnfreunde besucht und der ORF nutzt es gerne als Drehplatz für seine Heimatsendungen. Als Marko Ende August "Guten Morgen Österreich"-Moderator Lukas Schweighofer beim Gastspiel der ORF-Morgenshow in Ybbsitz noch voller Freude von dem Museum erzählte, war der blaue Brief der Gemeinde schon unterwegs. Die Gemeinde hatte das Bahnhofsareal mit allen Gebäuden der Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG abgekauft, die ihrerseits von den ÖBB die Schmalspurstrecke übernahm und stilllegte.

Marko traf die Kündigung wie ein Keulenschlag. Der einstige Schaffner, der bei der verwildernden Bahnstrecke das Unkraut jätete, ehe die Bagger die Schienen aus dem Schotterbett rissen und auf dem Bahnkörper der Ybbstalradweg asphaltiert wurde, unternahm noch einen Rettungsversuch. Er bot seine Sammlung der Gemeinde zu einem Symbolpreis zum Kauf an. Bürgermeister Josef Hofmarcher (VP) sagte zu, über eine Weiterführung des Museums den Kulturausschuss und danach den Gemeinderat zu befassen. Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung am Montagabend wurde dann lediglich einvernehmlich bestätigt, dass das Museum weichen muss, zu einer Beschlussfassung stand das Thema gar nicht mehr auf der Tagesordnung. Marko reagierte verbittert: "Dann räume ich also jetzt alles weg!" Er liebäugelt damit, seine Sammlung an den Eisenbahnfreund Georg Hocevar nach Rumänien zu verkaufen, wo Hocevar die Waldbahn Moldovita für Touristen betreibt.

Hofmarcher verweist darauf, dass die Leiterin des Dokumentationszentrums der NÖ. Eisenstraße Eva Zankl beauftragt wurde, Markos Sammlung zu begutachten und zu schätzen. Historisch Wertvolles könne dann in Lunz oder Göstling gezeigt werden, wo Dampfzüge noch bei Nostalgiefahrten verkehrten: "Wenn vorher jemand Marko Stücke abkauft, haben wir eben Pech gehabt."

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Artikel Hannes Fehringer 21. September 2017 - 00:04 Uhr
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