Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 15. November 2018, 19:50 Uhr

Linz: 7°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 15. November 2018, 19:50 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Steyr

Freileitung: Bierbrauer und Bauern lassen sich enteignen

PETTENBACH. Mit einer Dreiviertelmehrheit lehnte die Agrargemeinschaft in Pettenbach das Angebot der Energie AG für 110-kV-Leitung ab.

Freileitung: Bierbrauer und Bauern lassen sich enteignen

Widerstand: Bierbrauer Karl Stöhr Bild:

An die Genossenschafter wurden je nach Besitzanteil Stimmzettel ausgehändigt, im Gasthaus eine Wahlzelle und Urne aufgebaut. Bürgermeister Leopold Bimminger (VP) wachte als Ehrengast der außerordentlichen Vollversammlung über die Korrektheit der geheimen Wahl. Mit großer Mehrheit entschied sich die Agrargemeinschaft Pettenbach, das allerletzte Angebot der Energie AG abzulehnen und es bei dem Bau der 110-kV-Leitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf darauf ankommen zu lassen.

Zwei Grundstücke im Gemeinschaftsbesitz der 50 Bauern in Steinbach/Ziehberg und in Pettenbach werden nun mit Zwang der Trasse für die Hochspannungsleitung der Energie AG einverleibt. Dass bei der Enteignung die Wertminderung der Grundstücke dann nur noch mit 61 Prozent der bei einer gütlichen Einigung gezahlten Summe abgegolten wird, ließ bei der Versammlung an den Tischen die Wut überkochen.

"Die Mehrheit der Mitglieder fasste diese Ungleichbehandlung als Erpressungsversuch auf", sagt Obmann Franz Radner, "das sieht ja auch keiner ein, dass man für eine Meinung und einen Standpunkt, die man doch wohl noch haben darf, bestraft werden soll."

Dabei hatte Radner zu Beginn noch eine Powerpoint-Präsentation mit einer Folie "Eine ausreichende Energieversorgung ist eine Basis für unseren Wohlstand!" auf die Leinwand projiziert. "Ich habe mich als Obmann um größte Objektivität bemüht", sagt Radner, "die Energie AG hat es sich mit ihrer Vorgangsweise bei den Leuten selber verscherzt."

Freileitung: Bierbrauer und Bauern lassen sich enteignen

Radner persönlich ist auch Projektgegner: Noch immer wäre ein Erdkabel über Pettenbacher Gemeindegebiet die beste und auch gar nicht teurere Lösung, sagt er: "Aber von vier Varianten will man die zweitschlechteste durchpeitschen." Ein Unding sei es aber, dass die Energie AG die Kabel über eine Schneise in Südhängen spannen wolle. "Das wird den Borkenkäferbefall auf die Höhe treiben", prophezeit der Landwirt.

20 Enteignungen seien bereits abgewickelt worden, sagt Radner. Einer auf der Liste jener Grundeigentümer, die sich nicht beugen wollen und jetzt zur Enteignung auf die Bezirkshauptmannschaft geladen werden, ist auch der Brauer des Eggenberger Bieres in Vorchdorf, Karl Stöhr: "Meine Hoffnung liegt beim EuGH, weil der bürgerfreundlicher ist und dort nicht so eine Freunderlwirtschaft herrscht wie bei uns."

Kommentare anzeigen »
Artikel René Jo. Laglstorfer und Hannes Fehringer 30. Juni 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Steyr

Schulfreunde abgeschoben: "Frage, auf die unsere Lehrer keine Antwort haben"

WAIDHOFEN. Waidhofner Volksschullehrer teilen über Facebook den Kummer mit, den die Abschiebung einer ...

Programmieren als Übung für "junge Samurais"

STEYR. Im Museum Arbeitswelt lernen Sieben- bis Siebzehnjährige, wie man Computer nicht nur benützt, ...

Weihnachtskomet ging bereits über Hoher Dirn auf

LOSENSTEIN, REICHRAMING. "Wirtanen 46 P" kommt zum Heiligen Abend der Erde am nächsten.

"The Greatest Showman": Felix ist ein Riesentalent

STEYR. Es gibt Tage, an denen Felix (13) an Kleinwuchs leidet.

Wo man findet, was der Stillen Nacht den richtigen Festtagsglanz verleiht

STEYR. Die Ausstellung "Weihnachten im Schloss" lockt seit 30 Jahren viel Publikum an.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS