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Steyr

Elektrisch in drei Sekunden auf 100 km/h

Von Kurt Daucher   23. Januar 2015 00:04 Uhr

Elektrisch in drei Sekunden auf 100 km/h
Ab Sommer schickt Andres Schenner (links) Manfred Stohl mit seinem E-Rallye-Auto ins Rennen.

ASCHACH, STEYR. Ein E-Auto mit 544 PS soll ab Sommer die Rallye-Meisterschaft aufmischen.

Ein Elektro-Auto aus Aschach, das innerhalb von nur drei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, soll ab Sommer in der österreichischen Rallye-Meisterschaft ganz vorne mitmischen. Um der Konkurrenz nicht schon im Vorhinein jegliche Chance zu nehmen, wird die Leistung der beiden E-Motoren sogar gedrosselt. Der Prototyp, der auf Basis eines Peugeot 207S 2000 entwickelt wurde, brächte es auf erstaunliche 544 PS.

System ist straßentauglich

Hinter dem Aufsehen erregenden Projekt steckt der Aschacher Unternehmer Andreas Schenner. Zusammen mit Rallye-Ass Manfred Stohl bastelt er schon seit längerem am E-Racer. Langfristig sollen Fahrzeuge mit dem neuartigen Batterie-System, das mit einer EU-Förderung entwickelt wurde, auch im Straßenverkehr zur Anwendung kommen. "Geeignet wäre es für hochwertige Fahrzeuge", bestätigt Schenner im Gespräch mit der Steyrer Zeitung. Es sei aber auch der Rallye-Sport ein Geschäftsfeld, das er beackern wolle.

Die extrem hohe Energiedichte der Batterien ist auf eine neuartige chemische Zusammensetzung in den Lithium-Zellen zurückzuführen. Diese Akkus, die es im Straßenverkehr auf eine Reichweite von 250 Kilometern bringen, werden im Verbund gefertigt. Schenner: "Die Elektronik kommt aus dem Salzkammergut, die Zellen aus dem Mühlviertel. Wir selbst bauen alles zusammen."

Im Rallye-Einsatz werden die Batterien schon nach maximal 30 Kilometern wieder ausgetauscht. Damit halten sie auf alle Fälle eine Sonderprüfung lang. "Auch bei einem Rallye-Fahrzeug mit Benzinmotor ist der Verbrauch ja sehr hoch", so Schenner, der selbst einmal im Rallyesport aktiv war, wenn auch nur mit einem privaten Team.

Wann das Aschacher E-Auto tatsächlich seine Rallye-Premiere feiert, steht noch nicht fest. Zunächst wird es ein, zwei Mal als Vorausfahrzeug eingesetzt. Dann folgen die rennmäßigen Teilnahmen. Fertig ist Auto fast schon zur Gänze. Nur an den Batterien selbst wird noch gearbeitet.

Dass die Leistung des Rallye-Autos gedrosselt werden muss, liegt freilich nicht nur am Fair-Play-Gedanken, den Schenner hegt. Das habe auch mit dem Renn-Reglement zu tun, sagt er. "Es müssen ja auch die Benziner zum Titel ihre Leistung zurückschrauben in den jeweiligen Klassen." Darüber hinaus liege es ihm fern, die Konkurrenz mit seinem E-Auto zu zermürben: "Ich will mein System ja auch an andere Teams verkaufen. Da habe ich nichts davon, wenn die böse auf mich sind." Für Stohl ist der Durchbruch der E-Racer im Rallye-Sport nur noch eine Frage der Zeit. "Da ist jetzt die zweite wirkliche Revolution im Rallye-Sport", sagt. Die erste sei Anfang der 80er-Jahre der Allradantrieb gewesen.

Bei der Fortführung seines Projekts setzt Schenner auf eine Finanzierung durch Crowd-Funding, und zwar über die oö. Plattform crowdcapital.at. Einlagen sind ab 100 Euro möglich. Wer 2500 Euro oder mehr investiert, darf als Beifahrer von Manfred Stohl selbst einmal mit dem E-Rallye-Auto mitfahren.

Technik

r2-ress nennt sich jenes Batteriesystem, das Schenners Firma, die ego-drive GmbH, für das neuartige Aschacher E-Rallye-Auto entwickelt hat. Der große Vorteil der beiden E-Motoren, die den Prototyp zu einem 544-PS-Geschoß machen: Die Leistung steht ab dem ersten Antippen des Gaspedals in vollem Umfang zur Verfügung. Daraus ergibt sich die sagenhafte Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur drei Sekunden. Schenner: „Damit sind wir gleich einmal zehn Meter vor einem herkömmlichen Wagen.“

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