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„Einsturzgefahr“ der Tennishalle: Land fordert nun Belastungstest

KREMSMÜNSTER. Tennisspieler müssen im Winter ihre Schläger an den Nagel hängen. Der Verein „Musica Kremsmünster“ hat als Eigentümer die Halle beim Schloss wegen Einsturzgefahr gesperrt. Sportler und Gemeinde bezweifeln die Notwendigkeit.

„Einsturzgefahr“ der Tennishalle: Land fordert nun Belastungstest

Verein „Musica Kremsmünster“ hat als Eigentümer die Tennishalle beim Schloss wegen Einsturzgefahr gesperrt. Bild: Johannes Markovsky

Der Obmann der Tennissektion des TuS Kremsmünster, Markus Wolf, ist aus allen Wolken gefallen: Am 24. August bekam er von der Schlossverwaltung Kremsegg einen Brief, in dem auf einem Schlag die Abonnements für die Tennishalle gekündigt wurden. „Wir müssen jetzt Notbetrieb fahren“, sagt der Obmann, der nicht weiß, wohin er im Winter 70 Jugendliche zum Training schickt.

Der Verein „Musica Kremsmünster“, der über Landesförderungen vor Jahren das Schloss übernommen hat, begründet die Sperre damit, dass die Halle vom Einsturz gefährdet ist. Präsident und Altbürgermeister Franz Fellinger verweist darauf, dass man schon vor drei Jahren einen Statiker zurate gezogen habe, der in seinem Gutachten für einen sicheren Hallenbetrieb nicht mehr bürgen wollte. Das Welleternit-Dach könnte keine Schneelast mehr über 35 Zentimeter tragen. Jetzt habe der Experte gewarnt, dass sich der Zustand des Gebäudes weiter verschlechtert habe. „Wir haben im Vorstand den Beschluss gefasst, die Halle zu sperren, weil wir nicht warten wollen, bis irgendjemand erschlagen wird.“

Dass an der Tennishalle der Zahn der Zeit nagt, weiß auch Bürgermeister Gerhard Obernberger (VP). Sehr zu seinem Missfallen habe der Verein bis heute kein Gutachten auf den Tisch gelegt. Die Sportler mutmaßen ohnehin, dass die Sperre nur ein Vorwand des Kulturvereines sei, sie in Wahrheit vertreiben zu wollen. Noch diesen Sommer habe man die Halle zugesagt bekommen, sollte es ein Feriencamp verregnen, wundert sich Wolf: „Das kann man nicht tun, wenn man ein Gutachten über Einsturzgefahr in der Schublade hat.“ Den Verdacht nährte auch, dass „Musica Kremsegg“ zuerst Geldsorgen und ein Defizit des Tennishallenbetrieb beklagt habe. Gemeinde und Vereine wären zur Abdeckung des Minus bereit gewesen, worauf der Eigner auf angebliche Baufälligkeit umgeschwenkt habe.

Dem Kulturverein hat der Bürgermeister Gratisstunden des Wirtschaftshofes gestrichen: „Wenn ein Verein der Bevölkerung nichts bringt, müssen wir Förderungen überdenken“, sagte Obernberger. Für Fellinger ist das Verhalten seines Amtsvorgängers „nicht nachvollziehbar. Schließlich haften wir bei einem Unglück.“ Landeshauptmann Josef Pühringer, der von Bittschreiben überhäuft wurde, besteht auf die sichere Seite: „Niemand kann es verantworten, wenn es einen Toten gibt“. Die Halle wird jetzt einem Belastungstest unterzogen.

 

Schloss Kremsegg: Alte Musikinstrumente und Konzerte

Vor 15 Jahren übernahm der Trägerverein „Musica Kremsmünster“ das Schloss Kremsegg vom Glasindustriellen Werner Lutzky, dem Vorgänger der Vetropack. Im Schloss werden Ausstellungen über „Raritäten der Bläsermusik“ oder die Militärmusik gezeigt. Weiters wird auf Schloss Kremsegg der Nachlass des weltberühmten Pianisten Friedrich Gulda aufgearbeitet. Geschäftsführer des Vereines ist der Musikprofessor Heinz Preiss, im Vorstand neben Obmann Altbürgermeister Franz Fellinger sitzt auch der ehemalige Bezirkshauptmann von Kirchdorf Knut Spelitz. Der Verein, der Konzerte veranstaltet, verwaltete bislang auch die Tennishalle.

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Artikel 13. September 2011 - 00:04 Uhr
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