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Die Tourengeher als Massenbewegung

SPITAL/PYHRN. Der Wirt von der Sonnalm macht 70 Prozent seines Umsatzes mit den aufsteigenden Gästen.

Die Tourengeher als Massenbewegung: Wohin führt die Spur auf der Wurzer?

Ohne Tourengeher müsste die Wurzeralm Einbußen im Tourismus hinnehmen. Bild: Weihbold

Die einen sehen in der Zusammenlegung der Skigebiete Hinterstoder, Vorderstoder und Wurzeralm eine gute Lösung für den Wintertourismus, wie auch eine Machbarkeitsstudie des Tunnelprojekts mit Zahlen untermauerte. Andere wünschten sich ein besseres Angebot für Tourengeher, die immer häufiger am Pistenrand aufsteigen. So regte Helmuth Preslmaier, der Skitouren-Bundesreferent der Naturfreunde, in einem OÖN-Bericht ein Tourengeherkompetenzzentrum auf der Wurzeralm an.

"Da macht man die Rechnung ohne den Wirt", reagiert der Vorstandschef der Hinterstoder-Wurzeralm-Bergbahnen, Helmut Holzinger – und meint damit die Bergbahnen, nicht die Wirtsleute. Stefan Stadlmayr von der Sonnalm ist mehr als zufrieden mit den aufsteigenden Gästezahlen: "70 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Tourengehern", sagt er.

"Bitte, die Spielwiese ist da"

Für Holzinger ist eines klar: "Das sind ja super Ideen. Aber niemand will die Verantwortung übernehmen. Wo sind die Unternehmer, die so etwas tragen würden?", fragt er und lädt offensiv dazu ein: "Bitte, die Spielwiese ist da. Aber sie werden nach fünf Jahren sehen, wie viel damit zu verdienen ist. Wir haben auch eine Verantwortung für die Region und brauchen Umsätze."

40.000 Euro bezahlten die Tourengeher im vergangenen Winter – für vier Euro dürfen sie eine eigens angelegte Aufstiegsspur neben der Piste benützen. Eine gute Lösung für Oberösterreichs Alpenvereins-Vorsitzender Thomas Poltura. Dennoch hätte er gerne zwei bis drei weitere Ski-Gebiete, die ein ähnliches Angebot wie die Wurzeralm oder der Kasberg mit einem offenen Donnerstagabend anbieten. "Viele Skigebietsbetreiber sind da kurzsichtig. Aber sie werden eh eines Tages von der Wahrheit überholt", sagt Poltura.

Holzinger regt an: "Sie können ja die Gowilalm, Zellerhütte oder Dümlerhütte mit einem Kompetenzzentrum bespielen."

Es wäre im Interesse vom Sonnalm-Betreiber gewesen, neben dem Mittwochabend die Pisten an einem zweiten Tag bis 22 Uhr den Tourengehern offenzuhalten. Er hätte die Kosten für die Überstunden des Pistendienstes übernommen, sagt Stadlmayr. Ein Ansuchen für den Freitagabend blitzte bei den HiWu-Betreibern ab.

Ein Grund sei auch die Pistenqualität, die man für das Wochenende gewährleisten will. "Eine Piste braucht acht Stunden, bis sie sich verfestigt", sagt Holzinger. "Umso mehr Kritik gäbe es vom zahlenden Gast, um die muss sich der Wirt nicht kümmern."

In der kommenden Woche steht den Tourengehern die Aufstiegsspur und Piste zusätzlich zum Mittwoch auch am Montag und Dienstag bis 22 Uhr offen – rund um den Vollmond.

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Artikel Marlies Czerny 28. Januar 2015 - 00:04 Uhr
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