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Die Frau, die endlich auf der Bühne lächeln soll

HAAG. Michaela Schausberger spielt beim Theatersommer Haag die Zerbinetta. Es ist ihre erste Rolle in einer Komödie, erzählt sie im OÖN-Gespräch.

Michaela Schausberger

Schauspielerin und Frohnatur: Michaela Schausberger    Bild: (Daucher)

"Zerbinettas Befreiung", die diesjährige Produktion des Theatersommers Haag, feiert morgen Mittwoch, 2. Juli, Premiere. Michaela Schausberger, im Vorjahr noch mit einer Nebenrolle bedacht, spielt die junge, lebens- und liebeslustige Zerbinetta. Wegen des Kostüms muss die Jung-Schauspielerin auf ihre Figur achten.

Steyrer Zeitung: Frau Schausberger, die Proben für "Zerbinettas Befreiung" sind abgeschlossen. Die Premiere steht unmittelbar bevor. Wie sehr sind Sie in Ihre Rolle hineingewachsen?

Schausberger: Ich glaube, dass mir diese Zerbinetta schon sehr ans Herz gewachsen ist. Es ist eine quirlige Person, die leider gar nicht so quirlig sein darf, weil sie ein bisschen eingesperrt ist.

Wenn man sich so intensiv beschäftigt mit einer Figur: Identifiziert man sich dann auch immer mehr mit ihr?

Ich glaube ja, es ist umgekehrt. Das, was man einer Rolle gibt, steckt in einem selbst drinnen. Darauf greift man zurück. Man wird nicht zur Rolle, man gibt ihr etwas.

Sie haben genug, was Sie der Rolle geben können.

Und es gibt ja auch der Text so viel her. Das genügt oft schon. Und man gibt eben noch etwas dazu.

Die Situation der Zerbinetta ist grundsätzlich ja eine sehr angenehme: Diese Frau ist heiß begehrt.

Aber wie gesagt: Sie ist auch eingesperrt. Ihr Oheim, der sie aufzieht, kümmert sich sehr um sie und lässt sie aber auch nicht aus. Und dann gibt es auch noch eine Duenna, die sie auf Schritt und Tritt bewacht.

Das Stück, das wir hier in Haag zu sehen bekommen, ist eine richtige Komödie. Mit diesem Genre haben Sie eigentlich noch gar nicht so viel Erfahrung.

Stimmt. Es ist wirklich ein Experiment für mich. Es ist aber auch nicht allzu schwer, weil – wie gesagt – schon der Text so viel vorgibt. Das ist so absurd, so skurril und so lustig.

Es schwirrt ja in dem Stück sogar eine überdimensionale Fliege durchs Geschehen.

Ja, das steht in der Regieanweisung tatsächlich so drinnen: eine Fliege in der Dimension eines halben Backhuhns. Wie das umgesetzt wird, ist aber bis jetzt noch nicht klar, nämlich ob dieses Ding tatsächlich fliegen wird.

Beim Theatersommer in Haag sind Sie die Aufsteigerin des Jahres – von der kleinen Nebenrolle in der Vorjahrsproduktion "Jägerstätter" in die Hauptrolle heuer. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe Christoph Wagner-Trenkwitz bei der Premiere von "Jägerstätter" in Wien kennengelernt. Wir haben kurz miteinander gesprochen. Später hat er dann einmal angerufen und gesagt: "Frau Schausberger, man möchte Sie doch auf der Bühne auch einmal lächeln sehen." So hat er mich mit ins Boot geholt.

Wie gefällt es Ihnen in Haag?

Sehr gut. Es war letztes Jahr auch schon so. Was ich wirklich toll finde, ist, dass hier so viele Leute so engagiert zusammenarbeiten, dass dieser Theatersommer hier gut über die Bühne geht – und dass die Stadt so intensiv eingebunden ist, auch wenn das Einschränkungen bedeutet. Es ist wirklich schön hier.

Und man isst auch gut hier.

Man isst wahnsinnig gut hier. Man muss aufpassen, dass man nicht nach so einer Spielserie mit fünf Kilo plus dasteht.

Wie viel Spielraum nach oben hätte das Kostüm der Zerbinetta denn noch?

Das ist sehr eng und sehr meiner Körperform zu Beginn der Proben angepasst. Da geht nicht mehr viel hinein.

Aus Ihrer Biografie geht hervor, dass Sie ein Jahr in Spanien gelebt haben. Da wird man doch zwangsläufig zum Fußball-Fan?

Das stimmt. Es war das Jahr 2004 und es ist damals eine Europameisterschaft gespielt worden. Und ich habe wirklich so ein Spanien-Leiberl angehabt.

Und was war jetzt los mit Spanien bei der Weltmeisterschaft?

Da kann ich gar keine Auskunft geben. Denn das Fußballfieber hat mich in Österreich wieder verlassen. Ich habe jetzt auch von der WM kaum etwas mitbekommen.

Zurück zum Stück: Sie haben gesagt, es kommt zu einem Duell. Ein Duell in welcher Form?

Es ist ein Degenkampf. Es wird dann aber nur so halb gekämpft. Eigentlich will die Zerbinetta den Tirbuzio nur einschüchtern. Er ist ja auch unbewaffnet. Er hat nur ein Buch zur Hand.

Was sind Ihre nächsten Projekte nach dem Theatersommer?

Im Theater an der Josefstadt wird "Jägerstätter" gespielt. Das ist verlängert bis November. Es gibt noch ein Projekt, das Musik und Schauspiel verbindet. Sonst bin ich eigentlich noch frei. Es darf also durchaus noch etwas kommen.

 

Zerbinettas Befreiung, Theatersommer Haag 2014

Sieht aus wie eine Fotomontage, ist aber echtes Theater in einem grandiosen Bühnenbild: Michaela Schausberger und Evelyn Ruzicka in "Zerbinettas Befreiung". (Foto: Barbara Palffy)

 

Zur Person: Michaela Schausberger ist in Ungenach bei Vöcklabruck aufgewachsen. Schon in jungen Jahren hat sie erste Bühnenerfahrungen gemacht. Heute lebt und arbeitet sie in Wien. Ihren 30. Geburtstag feiert sie in Kürze, nämlich am Sonntag, 6. Juli. Vorstellung ist an diesem Tag aber keine.

Zum Stück: „Zerbinettas Befreiung“ ist eine skurrile Komödie aus der Feder des österreichischen Schriftstellers Fritz von Herzmanovsky-Orlando. Die wortwitzige Geschichte ist im alten Venedig angesiedelt: Der Rat der Zehn erhält eine Kriegsdrohung, weiß aber nicht von wem. Außerdem will Pantaleone sein Mündel Zerbinetta mit dem Gelehrten Don Tirbuzio verehelichen. Sie will aber einen anderen. Und schon ist das Chaos, zu dem auch eine schwer überdimensionierte Fliege das Ihre beiträgt, perfekt.

Karten: Das Stück, mit dem Christoph Trenkwitz-Wallner sein Debüt als Theatersommer-Intendant feiert, wird insgesamt 23 Mal aufgeführt (bis Samstag, 9. August). Kartenbestellungen können unter Tel. (07434) 44600 getätigt werden. Alle Infos gibt es auf www.theatersommer.at.

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Artikel Kurt Daucher 01. Juli 2014 - 00:04 Uhr
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