Lade Inhalte...

Steyr

Bürgermeister will Widersacher im Internet als Verleumder verklagen

Von Hannes Fehringer   14. Januar 2014 03:26 Uhr

Bürgermeister will seine Widersacher im Internet als Verleumder verklagen

STEYR. Gerald Hackl fordert vom Forum "e-steyr.com" Preisgabe der Poster. Betreiber weigern sich.

Einer der Kritiker von Bürgermeister Gerald Hackl kämpft mit offenem Visier: Segafredo-Cafetier Werner Leschanowsky nimmt sich in Fernsehinterviews und in Leserbriefen kein Blatt vor den Mund, um Mängel zu benennen, die er in der Stadtregierung zu erkennen glaubt.

Meinungsverschiedenheiten mit dem Rathauschef nimmt Leschanowsky durchaus persönlich, weil ausgerechnet er Hackl vor der Gemeinderatswahl in einem "unabhängigen Komitee" unterstützt habe.

Unterdessen könnte sich Leschanowsky selber ohrfeigen, dass ihn seine Menschenkenntnis derlei im Stich gelassen habe: In einem Leserbrief an das Steyrer Webforum "e-steyr.com" rechnete er mit der Politik des Bürgermeisters ab. Der Rathauschef würde mit "Arroganz, Abgehobenheit" agieren und "ständig einfach drüberfahren". Diese angeblichen Eigenschaften des Bürgermeisters macht Leschanowsky an dessen Haltung zu den Schanigärten am Stadtplatz, dem neuen Einkaufszentrum am Tabor oder zu den von den Wirten selber angeregten Security-Patrouillen in der Altstadt fest.

Hackl hat sich jetzt in einem Anwaltschreiben zunächst einmal rechtlich gegen User gewandt, die Leschanowsky in ihren Postings beipflichteten und noch einigen Zündstoff nachgelegt hatten. Peter Freyka, Inhaber von "e-steyr.com", ist aber der Aufforderung nachgekommen, verfängliche Diskussionsbeiträge sofort zu löschen. Gegen das Internetforum sieht Hackl danach auch keinen Handlungsbedarf mehr: "Ich will keine Medienzensur, sondern mich nur wie jeder andere Staatsbürger gegen Ehrabschneidung wehren." Mit "e-steyr.com" seien alle Widrigkeiten aus der Welt geschafft.

Der Aufforderung des Medienanwalts, den Hackl und die Gemeinderäte der SP beauftragt hatten, die Namen der Poster preiszugeben, kam Freyka allerdings nicht nach. Hackl stört das einstweilen nicht. Nur gegen Leschanowsky will der Stadtchef weitere rechtliche Schritte einleiten: "Hier ist eine Grenze erreicht, die über Meinungsfreiheit hinausgeht."

Hintergrund

Kritik In Internetforen macht sich seit einiger Zeit mehr oder weniger qualifizierte Kritik an der SP-Rathausmehrheit und Bürgermeister Gerald Hackl breit. Einer der Wortführer ist der Segafredo-Cafetier Werner Leschanowsky (links), der sich von Hackl enttäuscht sieht. Er bescheinigt dem Bürgermeister „Arroganz“ und „Drüber fahren“, was sich beim Einkaufszentrum (EKZ) auf dem Tabor gezeigt habe. Hackl wiederum sieht sich Untergriffen ausgesetzt, die ihm Straftaten unterstellten. Dagegen wehrt sich der Rathauschef mit einem Medienanwalt. Persönliche Bereicherung hat Leschanowsky nirgendwo unterstellt, wohl aber Vereinbarungen der Stadt mit den EKZ-Betreibern kritisiert.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Steyr

22  Kommentare expand_more 22  Kommentare expand_less