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Behörde lehnte Antrag ab: Raader Wald fiel als "Naturdenkmal" durch

SANKT VALENTIN. Laut Amtssachverständige ist das Brachland beim OMV-Tanklager in Sankt Valentin für eine Unterschutzstellung nicht einzigartig.

Behördfe lehnte Antrtag ab: Raader Wald fiel gesternals "Naturdenkmal" durch

Besonderer Schatz des Raader Waldes: Für den Menschen harmlose Nattern Bild: Juergen STARETSCHEK A4310 MAUTHA

Seit Menschengedenken liegt der Eichenwald in der Nachbarschaft des OMV-Tanklagers brach. Das Gebiet gehört den Wildtieren und Pflanzen, die hier ungehindert wachsen und gedeihen. "Unter Bundeskanzler Bruno Kreisky war hier eine Raffinerie geplant, die dann nie gebaut wurde", sagt Umweltaktivist Norbert Steinwendter. Für die Fauna und Flora war der wirtschaftliche Dornröschenschlaf des Areals ein Segen. Vom Menschen vernachlässigt, kreuchen und fleuchen über dem gewidmeten Industriegebiet Reptilien wie Schling- und Äskulapnatter, flattern Breitflügel- und Mopsfledermaus und nisten Neuntöter und Kleinspecht.

Nachdem die OMV als Eigentümer im Winter aber immer wieder in den Wald eingegriffen und mit einem Harvester Holz entnommen hat, traten die Naturschützer auf den Plan. Man wollte vor Augen führen, dass auf dem Brachland Biotope für selten gewordene Pflanzen und Tiere, wie etwa die österreichweit bereits gefährdete Gottesanbeterin, entstanden sind. Die Aufklärungsarbeit fand auch bei der Landespolitik Resonanz. Die "Freunde des Raader Waldes", die sich in der Initiative zusammengefunden hatten, wurden vom damaligen SP-Landesrat Maurice Androsch mit dem Hans-Czettel-Preis ausgezeichnet.

Die "Freunde des Raader Waldes" wollten aber noch mehr tun und setzten gemeinsam mit dem NÖ. Umweltanwalt Tom Hansmann eine Initiative in Gang, den Wald zum "Naturdenkmal" erklären zu lassen. Für das Behördenverfahren reichten die in dem Kreis vereinten Biologen, Ökologen und sonstige mit dem Naturschutz befassten Akteure sehr ins Detail gehende Unterlagen ein.

Die Auflistungen seltener Spezies ließ dennoch die Amtssachverständigen keine Einzigartigkeit des Waldes erkennen, um ihn als "Naturdenkmal" hervorzuheben. "Die Bezirkshauptmannschaft hat dann den Gutachten gemäß entschieden", sagte Hansmann. Er sieht aber weiter Hoffnung in der gut detaillierten Auflistung des Artenaufkommens: "Das wird eine Verbauung der Flächen sehr schwer machen."

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Artikel Hannes Fehringer 28. November 2018 - 00:04 Uhr
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