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Oberösterreich  > Steyr

Abdruck von "Stille Nacht" frisch aus der Presse

STEYR, SALZBURG. In Christkindlstadt Steyr wurde Weihnachtslied erstmals in Druck gelegt. Historische Schaudruckerei öffnet Pforten.

Wolfgang Hack mit der Handpresse: Mit einem solchen Gerät wurde vor 200 Jahren „Stille Nacht“ vervielfältigt. Bild: feh

Die Musikforschung lieferte vor zwei Jahren eine für Steyr sensationelle Nachricht: Das weltberühmte Weihnachtslied des Lehrers Franz Gruber und des Pfarrers Joseph Mohr, das vor 200 Jahren in der Christmette in Oberndorf bei Salzburg das erste Mal erklungen ist, wurde in der Druckerei des Joseph Greis am Steyrer Grünmarkt erstmals 1821 in Druck gelegt. Der Erstausgabe in einem Büchlein mit vier Weihnachtsliedern gedenkt nun ein neues Museum in Steyr.

Der Tourismusverband hat für eine kleine Schaudruckerei am Grünmarkt ein paar wesentliche Geräte für den Papierdruck der damaligen Zeit zusammengetragen.

Zentrales Stück in dem Schauraum am Grünmarkt ist eine Druckpresse aus der Zeit Joseph Greis’, die das Museum Arbeitswelt aus seinem Fundus bereitgestellt hat. "Wir haben in der Druckmanufaktur in der Linzer Tabakfabrik den Setzblock wieder aus alten Bleilettern zusammenfügen lassen", sagt Stadtführer und Touristiker Wolfgang Hack, "der Schriftsetzer, der uns zur Hand ging, hatte besondere Freude daran, weil er diese Handgriffe das letzte Mal vor 40 Jahren ausgeübt hat."

Originales Schriftbild

Das Ergebnis ist ein originalgetreues Schriftbild, mit dem auch einst Greis drei Strophen von "Stille Nacht" in einen Bleiblock setzen ließ. Ab 18. November hat die neue kleine Schaudruckerei geöffnet. Besucher brauchen nur einen von Hand geschöpften Papierbogen mit dem "Steyrer Panther" als Wasserzeichen in die alte Presse einzuspannen. Unter sachkundiger Anweisung ziehen sie dann eine Kopie des originalen Satzes von "Stille Nacht" wie einst in Greis’ Druckerei ab.

9,50 Euro für Notenblatt

Das Souvenir aus dem Steyrer Advent wird pro Notenblatt 9,50 Euro kosten und soll ein besonderes Mitbringsel aus der Christkindlstadt werden.

Der Besuch der Schaudruckerei wird in Kombination mit der historischen Postbusfahrt zum Weihnachtspostamt und Wallfahrtsort Christkindl, dem Weihnachtsmuseum oder dem Schmiedeadvent angeboten. "Mit dem Museum haben wir eine weitere Bereicherung unserer vorweihnachtlichen Sehenswürdigkeiten", sagt Wolfgang Hack.

Wenige würden wissen, dass Steyr zu dem Weihnachtslied "Stille Nacht" noch einen weiteren engen Bezug habe neben der ersten Drucklegung. "Wir haben Quellen gefunden, wonach der Urgroßvater von Joseph Mohr im Wehrgraben eine Gastwirtschaft besessen hat", erklärt Hack, "so gesehen hat ,Stille Nacht’ einen weitgehenden Oberösterreich-Bezug."

Neben dem Eigenverlag des Stille-Nacht-Liedes können die Besucher der Schaudruckerei noch etliche andere, sehr bemerkenswerte Schaustücke besichtigen: an den Wänden hängen historische Drucksorten für ein einstiges Hammerwerk in Steyr oder eine Sammlung von Schöndrucken der heiligen Maria.

Eigene Steyrer Markenserie

Daneben werden in der nachgebauten kleinen Druckerei auch eigens aufgelegte Weihnachtsbriefmarken von Steyr aufgelegt. Der Tourismusverband hat zunächst jeweils tausend Marken der jeweiligen Motive bestellt, die auf die Briefe für die Sonderpostämter in Garsten, den Nikolaus im Luftballon und die anderen Sonderpostämter geklebt werden.

"Für Briefmarkensammler hat ja das Christkindlpostamt noch immer eine große Wichtigkeit", freut sich Haack.

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Artikel Hannes Fehringer 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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