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Oberösterreich

Wetterwarnung: Starkregen in Teilen Österreichs erwartet

Von nachrichten.at/apa   19. August 2022 10:36 Uhr

Gewitter, Regen, Abkühlung: Eine Kaltfront zwingt den Sommer in die Pause
Regenschirm statt Badehose

LINZ. Nach dem heftigen Unwetter mit fünf Toten hat die ZAMG erneut kräftige Regenschauer vorhergesagt. Für Tirol und Vorarlberg wurde eine Wetterwarnung herausgegeben. Auch in Oberösterreich ist heute mit "kräftigen Regengüssen" zu rechnen.

Auf der Alpensüdseite kommt es heute häufig zu Gewittern und kräftigen Schauern, die ebenfalls punktuell heftig ausfallen können. Auflockerungen und sogar größere Sonnenfenster sind hingegen nochmals ganz im Osten und Südosten zu erwarten. In der heißen und zum Teil schwülen Luftmasse steigt jedoch ab dem späteren Nachmittag auch dort die Schauer- und Gewitterneigung deutlich an.

Feuerwehr-Dauereinsatz in Westösterreich

Anhaltende intensive Niederschläge haben in Vorarlberg für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Ein Genuatief sorgte vor allem in Vorarlberg und in Teilen Nordtirols für starke Niederschläge. Während die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Vorarlberg die Lage am Vormittag noch als "nicht allzu dramatisch" einschätzte, waren die Feuerwehren dann ab Mittag im Dauereinsatz.

Gemeldet wurden Wassereintritte in Gebäude, vor allem vollgelaufene Keller und Garagen. Unterführungen wurden überschwemmt, mehrere Straßen waren wegen Überflutung gesperrt. So standen Abschnitte der Bregenzerwald Straße (L200) und Schweizer Straße (L202) zeitweise unter Wasser. Zunächst blieben die Pegel der meisten Vorarlberger Bäche und Flüsse nach der langen Trockenheit im Niedrigwasser-Bereich, mit Fortdauer der Regenfälle meldeten dann vor allem Gewässer in den Bezirken Dornbirn und Bregenz Hochwasser. Eine Beruhigung des Starkregens sei für Samstag zu erwarten.

Video (APA): Aufräumarbeiten in der Obersteiermark:

Laut der Vorarlberger Landeswarnzentrale fielen im Rheintal in sechs Stunden bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter, das sei "eine absolute Ausnahme". Solche statistischen Ausreißer kämen aber in den Langzeitmodellen immer wieder einmal vor, so Fachbereichsleiter Franc Magnes. Flutereignisse an den großen Flüssen erwarte man derzeit nicht, da die Flüsse zuvor Niedrigwasser geführt hatten. Kleinräumig seien allerdings Bäche über die Ufer getreten. Im Rheintal sei die größte Intensität der Niederschläge am Nachmittag überschritten worden, man rechne mit einer Verlagerung in den Bregenzerwald. Zudem sei laut den Prognosen ein Ende absehbar.

Auch der Deutsche Wetterdienst warnt vor Dauerstarkregen am Alpenrand (mehr dazu am Ende des Artikels).

Die Prognose für Oberösterreich:

Von Süden her ziehen am heutigen Freitag immer wieder Regenschauer und Gewitter durch. Speziell am Nachmittag können die Regengüsse "durchaus kräftig" ausfallen, hinzu kommt teils starker Wind, so die Prognose der ZAMG. Zwischendurch sind auch sonnige Phasen möglich. Während die Temperaturen im äußersten Osten Österreichs noch einmal bis zu 35 Grad erreichen, gehen sie hierzulande über 27 Grad nicht hinaus. Auch in der Nacht hängen die dichten Regenwolken über dem Land, vor allem im Salzkammergut dürften die Schauer länger anhalten.

Ähnlich düster sieht die Prognose für den morgigen Samstag aus. Es bleibt stark bewölkt und regnerisch. Besonders am Nachmittag ist das Schauerpotential hoch. "Am meisten Regen fällt im Innviertel und im Salzkammergut", prognostiziert die ZAMG. Der Wind erreicht Spitzen um 40 km/h. Dabei sind 22 Grad das höchste der Gefühle. Die gute Nachricht: "Es gibt auch ein paar trockene Phasen."

Sonntag: Am Vormittag halten sich noch dichte Wolken. Im südlichen Bergland und an der Grenze zu Niederösterreich ist Regen möglich. Dann geht es wieder bergauf. Im Laufe des Tages sollen die Wolken nach Osten abziehen. Vielerorts kann man sich wieder auf Sonnenschein freuen, nachmittags ist vereinzelt noch mit Schauern zu rechnen. Höchstwerte bis 26 Grad sind angesagt. 

Zum Wochenbeginn beruhigt sich das Wetter in ganz Österreich allmählich. In Oberösterreich soll der Montag mit Sonnenschein starten, dann mischen vor allem im Osten des Landes dichtere Quellwolken mit. Niederschlag wird aber kaum erwartet. Bis zu 26 Grad sind möglich.

Der Dienstag verläuft dann generell sonnig, nur phasenweise können dichtere Wolken dabei sein, die sich zum Abend hin wieder auflösen. Regional können die Tageshöchstwerte in Österreich wieder bis zu 30 Grad erreichen, in Oberösterreich werden maximal 27 Grad erwartet. 

"Gewitter sind ausgeschert"

Fünf Todesopfer haben Unwetter in Österreich am gestrigen Donnerstag gefordert. Dass die Gewitter in Kärnten, Niederösterreich und der Steiermark so heftig ausfallen, hatten die Meteorologen nicht auf dem Radar. Zur Warnung vor solchen Unwettern grundsätzlich verwies ein Experte der ZAMG auf die große Eigendynamik der Wetterereignisse mit "enormen Beschleunigungen". Dadurch und weil die bestehenden Prognosemodelle die Ausgangslage noch nicht exakt einschätzen könnten, könne es im Extremfall zu größeren Abweichungen kommen. Gewitterwarnungen hätten generell zwar für heute bestanden. "Die Gewitter sind aber ausgeschert", meinte der Meteorologe. Berichte über die Unwetter am Donnerstag:

Bayern: Warnung vor "extrem ergiebigem Dauerregen"

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Dauerstarkregen am Alpenrand. Dabei ist im Laufe des Freitag und Samstag "extrem ergiebiger Dauerregen" zwischen 50 und 140 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden möglich, verstärkt durch Gewitter. Auch im restlichen Altbayern könnte es demnach mit Mengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmetern anhaltend stark regnen. Das Bayerische Rote Kreuz setzte vorsorglich die Luftrettung der Wasserwacht in erhöhte Bereitschaft.

Auslöser ist laut Wetterdienst ein Höhentief, das im Laufe des Tages vom Bodenseeraum aus über den Süden Bayerns zieht. Vor allem kleinere Gewässer könnten deswegen innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen und über die Ufer treten, teilte der bayerische Hochwassernachrichtendienst auf seiner Webseite mit. "Regional können auch größere Regionen von Hochwasser betroffen sein."

Auf Grund der "sehr dynamischen Wetterentwicklung" war am Vormittag noch unklar, wo genau Bäche und Flüsse über die Ufer treten könnten. "Das Risiko, von ergiebigem Starkregen getroffen zu werden, nimmt jedoch Richtung Süden und Osten zu", schrieben die Hochwasserfachleute.

Das Bayerische Rote Kreuz hat für die Luftretter der Wasserwacht Alarmstufe 1 von 3 angeordnet, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. Die "Air Rescue Specialists" sind Einsatzkräfte, die mit einem Hubschrauber über das Einsatzgebiet geflogen werden und verunglückte oder hilflose Menschen retten können. Zuletzt waren die Luftretter der bayerischen Wasserwacht laut BRK beim Ahrtal-Hochwasser in Rheinland-Pfalz im Einsatz.

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