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Oberösterreich

Eklatanter Mangel an Sozialpädagogen für Kinder und Jugendliche

22. September 2022 15:48 Uhr

Jugendliche beraten im Chat Jugendliche
Die Mitgliedsvereine des Dachverbandes Sozialpädagogik betreuen jährlich 5000 Kinder.

LINZ. Verein Sozialpädagogik Oberösterreich schlägt Alarm.

Angesichts der fehlenden Ressourcen, sowohl bei den Finanzen als auch beim Personal, stelle sich die Frage, wie langfristig die sozialpädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Problemsituationen in Oberösterreich gewährleistet werden könne. Zu diesem Schluss kam gestern Alexander König, Obmann des Vereins Sozialpädagogik Oberösterreich. Dem Verband gehören 16 sozialpädagogische Vereine an, deren 2000 Mitarbeiter jährlich 5000 Kinder und Jugendliche betreuen. 

Die Leistungen der Mitgliedsvereine teilen sich in zwei Bereiche auf: in stationäre Betreuungsangebote, bei denen Kinder zum Beispiel in Regelwohngruppen oder Krisenpflegefamilien betreut werden. Darunter fallen etwa auch die SOS-Kinderdorffamilien. Der zweite Bereich ist die mobile Betreuung, zum Beispiel für Familien in Krisensituationen. Und die Zahl der Betreuungsbedürftigen, sagt Koch, würde steigen. Vor allem die Inflation befeuere die Problemsituation. "Das heißt nicht, dass nur Kinder aus armen Familien sozialpädagogische Betreuung brauchen. Aber es gibt sicher eine Korrelation zwischen finanziellen und sozialen Problemen", sagt er. Auch die psychische Belastung durch Vielfachkrisen wie Ukrainekrieg und Klimakrise wirke sich aus. 

Der Personalmangel ist eklatant. "In den Randbezirken wie Braunau oder Gmunden mussten wir zum Teil schon behördliche Anfragen für Betreuungsleistungen ablehnen, weil wir die Kapazitäten nicht haben", erzählt Martin Hofer, Vorstandsmitglied des Vereins Sozialpädagogik und Geschäfsführer der Soziale Initiative gem. GmbH. Hauptproblem ist einerseits die zu schlechte Entlohnung, die sich auch innerhalb der Berufsgruppe noch unterscheidet. So werden zum Beispiel Sozialpädagogen in der stationären Betreuung schlechter entlohnt als in der Pflege. 

Dazu kommen unattraktive und wenig flexible Arbeitszeiten sowie die ohnehin schlechte Personalsituation. Immer wieder würden etwa Pädagogen in Wohngruppen berichten, dass sie mit der Situation überfordert sein und deshalb Hilflosigkeit oder Angst verspüren. 

Finanziert werden die sozialpädagogischen Vereine vor allem durch die öffentliche Hand. Ein erster Lösungsschritt seien die Angleichung von den Gehältern innerhalb der Berufsgruppen, sagt Koch. Außerdem müsse langfristig der Betreuungsschlüssel angepasst werden. "Die Frage ist, was uns unsere Kinder wert sind", sagt Vorstand Koch. 

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